Vaterliebe und Mutterliebe

Die Liebe zwischen den Kindern und den Eltern ist ein wichtiges Thema, weil hier die ersten und oft auch tiefgreifendsten Projektionen im Leben eines Menschen entstehen. Als kleines Kind ist man immer auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Ein Baby erkennt sehr schnell, dass es ihm um so besser geht, desto mehr es von den Eltern geliebt wird. So entsteht in ihm recht schnell das Muster, dass Handlungen und Gedanken, die diese Liebe stören, unterlassen werden. Diesem Gedankenmuster wird eine hohe Priorität zugeordnet. Es bewirkt unter anderem, dass, wann immer das Kind beispielsweise Grund hat, auf einen oder beide Elternteile wütend zu sein, sofort im Unterbewusstsein ein Programm anspringt, welches versucht diese Wut umzuleiten, damit die Liebe zwischen Eltern und Kind nicht belastet wird. So entsteht erstmals Projektion, das Kind kann weiterhin seine Eltern als liebe Menschen sehen, und die, fürs Wohl des Babys so wichtige Beziehung zu den Eltern bleibt gefestigt. Jemand oder etwas anderes wird an Stelle der Eltern für schuldig erklärt.

Dadurch entsteht im Lauf der Jahre ein verklärtes inneres Bild von den Eltern. Die eigenen Eltern sind die besten Eltern auf der Welt, die eigene Familie ist die Beste, das eigene Volk ist besser als alle anderen - all diese Sichtweisen entstammen solchen kindlichen Schutzprojektionen. Das Gute wird auf die eigenen Eltern/Familie/Volk projiziert, das Böse auf die Anderen. Solches Denken kann bis hin zu Kriegen führen. Wo immer Glaubenskriege geführt werden liegt der Ursprung in dem oben gezeigten Projektionsmuster aus frühkindlicher Prägung, selbst das Denken der Nazis im dritten Reich ging darauf zurück.

Warum führt dieses Denken zwangsweise zu Enttäuschung ?

Ganz einfach - weil es nicht der Realität entspricht. Es ist eine Selbstbelügung. Stellen Sie sich tausend Menschen vor, von denen jeder glaubt, seine Eltern seien die besten Eltern der Welt. Es kann nur bei einem stimmen, die anderen 999 unterliegen einem völlig falschen Glauben. Sie sehen die Welt nicht so, wie sie ist.

Und früher oder später werden Ereignisse eintreten, welche den Menschen zurückschleudern in die Realität. Das heißt, der Mensch erlebt eine Ent-Täuschung. (Da es sich ja auch um ein Ego-Programm, also ein einschränkendes Muster handelt, wird die Seele immer versuchen einen Weg heraus zu finden, also eine ENT-Täuschung herbeiführen.)

Pubertät

Im Idealfall erlebt das Kind diese Ent-Täuschungsphase mit dem Einsetzen der Pubertät. Hier ist der optimale Zeitpunkt, um dieses kleinkindliche Denkmuster loszulassen. Dies kann bewusst mittels einem Cutting geschehen. Natürlich geschieht dies auch oft unbewusst. Dieser Schutzglaube, die eigenen Eltern seien die Besten / Liebsten / Stärksten und Tollsten ist ja auch ganz tief sitzend. Wie schon oben erwähnt, dies ist eine der grundlegendsten Programmierungen, denen ein Baby sich unterzieht. Entsprechend wichtig ist der Ausstieg aus diesem Muster.

Gelingt es dem Kind in der Pubertät aus diesen alten Mustern rauszuschlüpfen, so hat dies natürlich Folgen. Seine Sichtweise der Eltern ist plötzlich eine völlig andere, und die alten Handlungsmuster, das Lieb-Kind spielen, werden abgestreift. Dies ist der Grund, warum den Eltern ihre Kinder in der Pubertät oftmals plötzlich als bockig oder aufmüpfig erscheinen. Das Kind ist aus dem Babymuster, die Eltern aus Eigennutz zu lieben, ausgestiegen. Es ist nun erwachsen, es kommt nun in die Phase, wo es frei entscheiden kann, ob und wie viel Liebe es seinen Eltern entgegenbringt. Wenn dem Kind der Ausstieg aus dem Muster gelingt, ist es frei davon, und droht dann auch als Erwachsener nicht mehr in ähnliche Muster einzuklinken.

Nur wem der Ausstieg aus diesem frühkindlichen Muster gelungen ist, kann als freier erwachsener Mensch gelten. Nur dann kann er/sie frei entscheiden, wen er/sie liebt und wen nicht. Alle anderen bleiben gefangen, meist in Prüfungen mit denen sie ihr Erwachsensein künstlich beweisen wollen (unbewusst). Dies wird dann bis in die Traumebene hinein sichtbar, in Form von Prüfungsträumen. Beispiele für Erwachsene, die selbst in hohem Alter noch in solchen Mustern drin hängen gibt es zuhauf. Man denke nur an all die vielen Universitätsprofessoren, die sich wie kleine Kinder an die Aussagen anderer Professoren klammern, die hier symbolisch die Vaterrolle übernehmen. Andere unabhängige (freie, erwachsene) Wissenschaftler werden von ihnen ignoriert und als nicht zugehörig zu ihrem elitären Kreis betrachtet (genau so wie ein kleines Kind nur in den eigenen Eltern die Allerbesten sieht). An deutschen Universitäten gibt es zuhauf Professoren, die ihre Pubertät noch nicht erfolgreich hinter sich gebracht haben. Dies nur so als lehrreiches, für alle sichtbares, Beispiel, wie sich das auswirken kann.


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Kommentare

 
1. Sandkorn schrieb am 15.10.2012: Auf diesen Beitrag antwortenantworten  mit Zitat antwortenzitieren

Hallo Andreas,
was ist, wenn man die eigenen Eltern (oder einen Teil) als Erwachsener zu negativ betrachtet? Danke für deine Antwort.
 

 
2. Andreas schrieb am 15.10.2012: Auf diesen Beitrag antwortenantworten  mit Zitat antwortenzitieren

Hallo,
ja - dann ist das Cutting noch nicht vollständig gelungen. Man sieht es daran, dass man noch immer die Eltern bewertet (egal, ob positiv oder negativ). Erst wenn wir die Eltern so sein lassen können, wie sie sind, ist das Cutting endgültig durch. Erst dann kann der Mensch denken "ICH BIN ICH", ohne sich davon abhängig zu fühlen, dass seine Eltern besonders gut oder besonders schlecht waren. Solange er noch eine Wertung seiner Eltern in sich trägt, macht er seine ICH BIN ICH - Kraft noch von seinen Eltern abhängig, ist also noch nicht frei. In solchen schwierigen Fällen teilt man das Cutting dann in verschiedene Themen auf.
Das kann auch nach einem normalen Cutting passieren, dass man Jahre später nochmal was problematisches findet, von dem man sich dann nochmal extra abschneidet. Das sind oft zum Beispiel übernommene Glaubensmuster von einem Elternteil. Zu diesem Thema macht man dann einfach eine extra Arbeit.
Wenn diese dann gelungen ist, kommen wir auch im nächsten Leben nicht mehr in Resonannz zu Eltern mit dem Thema, das heißt wir sind dann frei, andere Aspekte unseres Selbst weiterzuentwickeln.


Grüße von Andreas
 


 

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