Systemaufstellungen (Familienaufstellungen)

Eine Kurzeinführung in das systemische Denken, welches den Familienaufstellungen und der Lehre von Bert Hellinger zugrunde liegt.

In den letzten 40 Jahren hat eine neue Methode die Heilpraxen regelrecht im Sturm genommen. Bereits viele tausend Therapeuten arbeiten heute mittels sogenannter Familienaufstellungen. Dabei werden nicht nur bei psychischen Problemen, sondern oft sogar bei schweren Krankheiten große Erfolge erzielt.
Es gab zwar bereits seit den 50ern den Ansatz das Familiensystem therapeutisch mit ein zu beziehen in die Behandlung, jedoch erst Bert Hellinger brachte die entscheidenden Impulse. Ihm ist es zu verdanken, dass die Familienaufstellungen, oft auch Systemaufstellungen oder Strukturaufstellungen genannt, so bekannt und verbreitet wurden. Er beschrieb in seinen Büchern die Gesetze, die beachtet werden müssen, damit in einem System, wie es eine Familie darstellt, alles gut zusammenharmonieren kann. Familienaufstellungen sind eine Heilungsmethode, welche auf der geistigen Ebene Ordnung schafft und so indirekt auf die Psyche und den materiellen Körper heilend wirkt. Damit Sie sich das besser vorstellen können, sind am Ende dieses Artikels für ein paar Krankheitsbilder die typischen häufigsten systemischen Ursachen dargestellt.

Jedes neu hinzukommende Element eines Systems passt sich den vorhandenen Strukturen an, und wirkt dadurch ausgleichend. Auch Kinder tun dies. Dies ist in jedem System so, nicht nur in Familiensystemen. Das neu Hinzugekommene, ist immer schwächer (weil kleiner), und muss sich unterordnen. (Im Wort "unterordnen", ist die Ordnung bereit enthalten.) Das neu hinzukommende Teil versucht sich immer automatisch, auf eine ausgleichende Art einzufügen in das große göttliche Ganze. Die Hellinger Lehre basiert auf diesen natürlichen Grundgesetzen des Lebens.

Systemische Grundgesetze

  1. Jedes Mitglied gehört in gleicher Weise dazu. (Mitglied in einem System wird man entweder durch Geburt, Liebe oder Tod.)
  2. Die Ordnung (Reihenfolge) ergibt sich aus dem Zeitpunkt, ab dem das Mitglied dem System zugehörig ist.
  3. Jedes Mitglied ist für seine Handlungen selbst verantwortlich und muss darum sein Schicksal (Karma) selbst tragen.

Familientheater

Man kann sich ein Familiensystem wie ein großes Theaterensemble vorstellen, welches über Jahrhunderte immer wieder das selbe Stück spielt. Kommt nun ein neues Kind in die Familie hinein, so übernimmt es automatisch auch fremde Rollen, wenn gerade welche unbesetzt sind und darum dringend gebraucht werden. (Unbesetzt sind sie dann, wenn das eigentliche Mitglied des Familiensystems ausgeklammert wurde, also nicht anerkannt ist - und darum selbst nicht "mitspielen" kann.) Mit den Familienaufstellungen werden diese Rollen symbolisch sichtbar und wir können sie dadurch verändern, indem beispielsweise Vergebung geschieht oder was auch immer notwendig ist um die fehlende ausgeklammerte Person wieder als Mitglied anzuerkennen. Nach einer Anerkennung, beziehungsweise Wiedereingliederung ins System, muss die Theaterrolle der Person nicht mehr fremd besetzt werden, da die Person nun selbst energetisch wieder präsent ist und also ihre Rolle wieder selbst darstellt. Dadurch werden wir frei, unser eigenes Leben (eigene Rolle) zu leben, anstatt in familiensystemisch fremden Rollen verstrickt zu sein.

Wie läuft eine Familienaufstellung ab ?

Bei einer solchen Familienaufstellung wird für jedes (zum jeweiligen Thema relevantes) Familienmitglied eine beliebige Person als Stellvertreter "aufgestellt", welche dann während der Aufstellung symbolisch für das Familienmitglied steht, und dann berichtet, was und wie sie sich an dem betreffenden Platz fühlt. Es wird also die Familiensituation sozusagen nachgestellt, und zwar so, wie man sie sich innerlich vorstellt. Jeder Mensch hat so eine Art innerliches Abbild von seinem Familiensystem. In diesem inneren Abbild können zum Beispiel seine Eltern hinter ihm, vor ihm oder auf der Seite stehen, getrennt oder nebeneinander, und so weiter. Dieses innere Abbild wird nun in der Realität mit fremden Personen nachgestellt. Stehen nicht genügend Personen zur Verfügung, kann man es auch mit symbolischen Gegenständen machen, zum Beispiel mit Playmobilfiguren. Und nun geschieht etwas, was man nicht mit Worten beschreiben kann. Weil diese Familiensysteme ja durch die Familienmitglieder und deren Vorfahren jahrhundertelang mit enorm viel Energie aufgeladen sind, wird nun plötzlich das, auf die Stellvertreter übertragene System, für die Stellvertreter fühlbar. Dies ist etwas, was ich hier schwer beschreiben kann. Wenn man es nicht selbst miterlebt hat, kann man es kaum nachvollziehen. Jedenfalls, weil es nun fühlbar ist, kann man die Probleme des Systems erkennen und dann entsprechend umstellen und heilen.

Die Methode der Familienaufstellungen ist auf jedes Problem anwendbar, denn diese systemischen Ordnungen, beziehungsweise Unordnungen, durchdringen alle Systeme, an denen der Mensch beteiligt ist, zum Beispiel auch unsere Wirtschaft. Es ist kein Zufall, dass man von Unternehmen spricht, die "gut aufgestellt" seien. Damit ist letztlich genau dies gemeint.

Der Hintergrund des systemischen Denkens

Auf einer tiefen inneren Ebene denkt der Mensch nicht in Worten, sondern eigentlich in Bilder, beziehungsweise noch exakter definiert, er denk in Strukturen (aus denen Bildern bestehen).
Von welcher Art sind diese Strukturen ?
Das ist eigentlich einfach zu sehen. Er denkt hauptsächlich in Gegensätzen. Dies resultiert aus der Welt, die er vorfindet. Hier ist so gut wie alles zwei Polen zuordenbar, von Vater-Mutter, kalt-heiß, größer-kleiner, und so weiter. In der Esoterik spricht man darum von einer dualen oder polaren Welt in der wir leben und in der sich alles in Yin und Yang aufteilen lässt.
Kommt Yin und Yang zusammen, so kann etwas Neues entstehen, ein Kind. Dies sind die Grundstrukturen unserer Welt. Dies ist übrigens nicht zwangsläufig auch für andere Spezies gültig. Insekten mit 6 Beinen fehlt beispielsweise von ihrer Körperlichkeit betrachtet das zweibeinige duale Denken des Menschen.
Der Mensch jedenfalls projiziert sein Yin-Yang Strukturdenken in unzähligen Varianten auf seine Umwelt, und erschafft und multipliziert sie sich dadurch natürlich auch weiterhin so. Wie dieses Yin Yang Strukturdenken konkret auf der Ebene der Familie aussieht hat am eindrucksvollsten Bert Hellinger in seinen Büchern beschrieben. Jedoch man soll sich darüber klar sein, dass die Familie nur ein System ist, auf welchem diese, eigentlich ganz tief im Menschen sitzenden Strukturen, sichtbar werden. Sie können in jedem anderen System genau so sichtbar werden, denn der Mensch projiziert beziehungsweise multipliziert immer nur die eigenen tief im Inneren sitzenden Strukturen auf was immer er kreiert und wo immer er seine Realität erschafft. (Das Außen des Menschen ist der Spiegel seines Inneren.)

Wir benötigen dieses Außen, um unsere innere Strukturiertheit (unseres Denkens) erkennen zu können. Dabei ist es aber letztlich egal, welches unserer erschaffenen Systeme im Außen wir betrachten, weil in allen unser ganz spezielles inneres Strukturdenken enthalten ist. So können wir also letztlich jedes unserer Systeme benutzen um unser inneres Denken zu erkennen und zu ändern, und es wird dann auch Auswirkungen auf alle anderen, von uns gelebten Systeme haben. In der praktischen Arbeit geschieht es darum sehr oft, das bei Aufstellungen beispielsweise der Arbeitsplatzsituation plötzlich erkannt wird, dass der Betreffende genau dasselbe Strukturproblem in seinem Familiensystem hat. Oft wechselt der Aufstellungsleiter dann zum Familiensystem, weil dieses praktisch immer das am stärksten ausgeprägte Feld des Menschen ist.  Da werden die Dinge am sichtbarsten. Aber, wie gesagt, man kann im Prinzip mit jedem denkbar möglichen System arbeiten um die eigenen Denkstrukturen zu ändern, zu verbessern und zu harmonisieren.
So ist übrigens beispielsweise auch eine Kartenlegung ein systemischer Ausdruck des Betreffenden. Allerdings erfolgt beim Kartenlegen keine bewusste Veränderung der Struktur, wie man dies bei den Familienaufstellungen oder anderen System- oder Strukturaufstellungen macht.


Krankheiten aus familiensystemischer Sichtweise

Damit Sie sich im konkreten besser vorstellen können, um was es bei dem familiensystemischen Denken geht, sind im Folgenden ein paar Krankheitsbilder aufgeführt, um darzustellen, was sich nach der Hellinger Lehre oftmals dahinter verbirgt. Diese Beispiele sind dem Buch Das klassische Familienstellen - Ordnungen der Liebe entnommen, mit Seitenzahlangaben. Es sind Verallgemeinerungen, die im Einzelfall nicht immer gelten müssen. Die folgende Übersicht soll nur einen ersten Einblick vermitteln, wer tiefer einsteigen möchte kann mittels der Seitenzahlangaben im Buch anhand des entsprechenden Beispielfalles mehr erfahren. Jedoch, wirklich erfahrbar wird die Wirkungsweise von Familienaufstellungen erst, wie schon oben beschrieben, durch die eigene Teilnahme an Aufstellungen. Alles andere ist nur Buchwissen.

Krankheitssymptom Ursache und Lösung
Rückenschmerzen
(bis hin zu Bandscheibenvorfall)
Rückenschmerzen haben psychologisch betrachtet immer die gleiche Ursache, die Geringschätzung eines anderen Mitgliedes des Familiensystems. Der damit verbundene Glaube, dieses könne seine Last nicht alleine tragen, und die darum übernommene (energetische) Last bringt Rückenprobleme.
Die Lösung ist hier meist eine tiefe Verneigung mit dem Lösungssatz: Ich gebe Dir die Ehre. (S.49)
Manche Formen der Psychose Wenn der frühere Mann (Freund) der Mutter, oder die frühere Frau (Freundin) des Vaters von einem gegengeschlechtlichen Kind vertreten werden muss. Wenn ein Elternteil noch am früheren Partner hängt, oder dieser nicht anerkannt wird, dann wird ein Kind die Rolle dieses Partners übernehmen. Wenn kein Kind mit entsprechendem Geschlecht vorhanden ist, und daher ein gegengeschlechtliches Kind die Rolle übernimmt, kann dies in eine Psychose führen (S.81), manchmal gar in Homosexualität.
Schizophrenie Wenn es innerhalb der Familie einen Mord gab der nicht ausreichend verarbeitet, transformiert oder vielleicht sogar verdrängt wurde, so übernimmt in der nächsten Generation eine Person dies als Schizophrenie (=Täter und Opfer in einer Person verstrickt)
Sucht
(Drogensucht, Nikotinsucht, Alkohol, etc..)
Die Sucht ist die Rache des Kindes an der Mutter, weil sie das Kind daran hindert, vom Vater zu nehmen. (S.83) - also weil die Mutter so in der Art denkt oder vielleicht sogar spricht: "Was vom Vater kommt, das taugt nichts, (nimm nur von mir)"
Magersucht Wenn zb der Papa (aus welchen systemischen Gründen auch immer) aus dem System hinausgezogen wird, also unbewusst sterben/gehen will, und dann die Tochter das Prinzip lebt: Lieber verschwinde ich als du, mein lieber Papa. (S.250)
Selbstmord, Suizidversuche, tödliche Unfälle etc. Auch hier finden sich, wie oben meist solche "Lieber ich für Dich" - Tendenzen.
Suizid kann aber auch die Folge von Sühne und Schuld sein, die durch Verstrickung übernommen wurde, und für den anderen getragen wird. (Solches, für andere deren Schuld tragen hat auch für den Anderen keine guten Folgen, denn er kann dadurch seine Schuld nicht selbst abtragen. Er bleibt also für immer schuldig. Darum ist es so wichtig, dass im System dem ursprünglich Schuldigen, die Schuld "zurückgegeben" wird. Nur so ist die natürliche Ordnung im System wieder herstellbar.)
Krebs Krebskranke sterben manchmal lieber, als dass sie von ihren Eltern liebend nehmen, und sich vor ihren Eltern verneigen. (S.257) (Das Verneigen ist die Voraussetzung um etwas erhalten zu können, da man durch das Verneigen kleiner wird, und sodann die Energie zu einem hin fließen kann. Verneigt man sich nicht, dann ist kein Gefälle da, und es kann nichts fließen. Der daraus resultierende Energiemangel erzeugt dann auf der körperlichen Ebene den Krebs.)

Ich hoffe ich konnte einen kleinen ersten Einblick in den systemischen Heilungsansatz vermitteln, trotzdem ist jedes Menschenschicksal, beziehungsweise jede Krankheit einzigartig und muss entsprechend individuell betrachtet werden. Hier weitere Literatur: Bücher zum Thema Familienaufstellungen
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Kommentare

 
1. Trin schrieb am 01.5.2011: Auf diesen Beitrag antwortenantworten  mit Zitat antwortenzitieren

Ich war an einer Aufstellung beteiligt und muss sagen, es hat mich vollkommen ueberzeugt und umgehauen.
Welch eine unglaubliche Erfahrung!
 

 
2. Äxie schrieb am 20.10.2016: Auf diesen Beitrag antwortenantworten  mit Zitat antwortenzitieren

Ich habe schon mehrmals an Familiensteller teilgenommen. Sowohl mit eigenen Themen wie auch als Stellvertreter. Ist unglaublich, was hier passiert, auch als Stellvertreter wird man mit eigenen Themen konfrontiert, weil die Energie stimmt...
 


 

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