Warum Partnertrennungen oft so traurig machen

Neulich habe ich eine Frau getroffen, die hatte 4 Jahre lang darauf gewartet und gehofft dass der Expartner zurückkommt. Vier Jahre in sehnsuchtsvollem Leiden verbracht. Wie krass ist das denn, fragt man sich nüchtern betrachtet.

Nun, leider ist das gar nicht krass, weil es geschieht so oft in unserer Gesellschaft, dass es schon fast normal ist. Aber Warten und dabei nicht offen für Neues zu sein, ist natürlich alles andere als ein göttlicher Zustand. Wer im göttlichen Fluss des Lebens ist, für den gibt es einen Zustand den man als "Warten" empfindet überhaupt ist. Wer eins mit dem göttlichen Fluss des Lebens ist, dem fließt immer das passende gerade im Moment des JETZT zu. Das Jetzt ist nie langweilig. Langweilig ist nur, wenn wir das Jetzt in einen Moment in der Zukunft verschoben haben, denn dann müssen wir warten, bis dieser Jetzt Moment kommt. Und natürlich dieser Moment kommt nie, weil wir dieses Muster (das Jetzt in die Zukunft hinein zu verschieben), ja dann als Gewohnheit ständig leben. Sobald das eine Warten zu Ende geht, kreiert uns unser Unterbewusstsein dann bereits das nächste Warten, weil unser Unterbewusstsein ja glaubt, wir wollten das so haben, wir wollten das Warten als wesentlichen Lebensinhalt - und um auf das obige Beispiel zurück zu kommen - wenn jemand 4 Jahre lang wartet, da glaubt das Unterbewusstsein dann natürlich irgendwann tatsächlich dass es dem Mensch tatsächlich ums Warten geht.

Warum warten wir dann überhaupt ?

Ganz einfach, weil es noch Dinge gibt, die wir mit dem Expartner erleben wollen oder wollten, auf die wir uns durch unsere Absicht also programmiert haben, und die noch nicht eingetroffen sind. Und dies sind auch genau jene Gründe warum man traurig über eine Trennung ist: Weil man noch unerfüllte Absichten hat, die nicht erfüllt wurden - von denen wir uns aber jetzt nach der Trennung eingestehen müssen, dass sie unerfüllt bleiben. Genau das Gleiche sind auch beim Tod eines Partners die Gründe die uns traurig sein lassen. Auch hier hängen wir dann in einer Schleife unserer plötzlich unerfüllbaren Programmierungen.
Unerfüllbare Selbstprogrammierungen sind die Ursache von Depression und Traurigkeit, weil unser Bewusstsein dann in einen "Nicht-Erfüllbar-Modus" gerät, also keine Lösung findet und durchdreht.

So ergeben sich also bei einer Trennung vom Expartner exakt die folgenden 3 Handlungsmöglichkeiten:

  1. Warten ob er zurück kommt
    Dies ist natürlich ein energetisch schwacher Zustand weil man sich dabei selbst in so eine Art Standby-Modus versetzt.
  2. Aktiv versuchen den Expartner zurück zu bekommen
    Hierzu muss natürlich eine tiefe Analyse erfolgen, warum die Trennung erfolgt ist, und es müssen Ursachen abgestellt oder verändert werden.
    Wer nicht erkennt, warum und inwiefern er selbst diese Trennung auch wollte, kann diese Möglichkeit vergessen, weil er kommt dann auch nicht tief genug an die wahren Ursachen ran. (Alles was geschieht, also auch eine jede Trennung ist immer von beiden, also auch von dir innerlich verursacht. Jeder Mensch ist der Gott seines Schicksals.)
  3. Trennung auch im Bezug auf die unerfüllten Wünsche vornehmen
    Wenn wir uns aber nun für die Trennung entschließen, dann sollten wir uns eine Arbeitsliste aller unserer noch unerfüllten Wünsche und Absichten machen, die wir mit dem betreffenden Partner/in noch zu erleben gewünscht hatten. Diese gefundenen Punkte gehe dann in deiner Vorstellung, sprich in deiner Visualisierungsarbeit durch und entkopple sie vom Exfreund. Du kannst sie zum Beispiel auf einen noch imaginären zukünftigen Partner projizieren oder ganz loslassen und auflösen.
    Nur wenn diese Wünsche verändert oder aufgelöst sind und eine saubere Trennung auch auf der geistigen Ebene durchgeführt wurde, hast du eine Garantie, dass dein Leben nach der Trennung nicht von Trauer geprägt ist und du stattdessen mit Lebensfreude prall gefüllt weiter hin im Fluss des Lebens schwimmen kannst.

Eine körperliche Übungsmöglichkeit

Wie schon anfangs erwähnt, es ist wirklich in unserer Gesellschaft tief, und damit meine ich wirklich ganz heftig tief verankert, dass man sich wartenden und nicht fließenden Geisteshaltungen im Bezug auf Beziehungen hingibt. Solche Muster stecken tief in uns, ich glaube wohl in jedem von uns, weil sie auch von unseren Vorfahren übernommen und darum sozusagen schon mit der Muttermilch eingesogen wurden. Ich kenne niemand der im Bezug auf Beziehungen wirklich ganz und gar im Fluss des Lebens ist und da will ich mich selbst auch nicht ausschließen. Darum möchte ich hier auf eine wundervolle Übungsmöglichkeit hinweisen die es zum Thema Beziehungen eingehen und loslassen gibt. Diese Veranstaltungen nennen sich Contact Improvisation. Das ist jetzt hier vielleicht nicht möglich alles was da geschieht so auf die Schnelle allumfassend zu beschreiben, aber im Prinzip wird hier das Begegnen und wieder Loslassen von anderen Personen, also eine Beziehung, auf wenige Minuten reduziert, ist aber aufgrund des dabei stattfindenden bewussten Fühlens oft intensiver als eine gesamte jahrelange Beziehung. Man kann hier also das Loslassen und zur nächsten Begegnung übergehen, wunderbar in Kleinem üben, ohne dass man eine jahrelange zeitzehrende Beziehung eingeht. Manchmal werden solche Veranstaltungen auch Contact-Jam oder Contactdance genannt. Wavedance vermischt sich manchmal auch mit Kontakttanzelementen. Schaut einfach ob so etwas auch in euerer Stadt angeboten wird und lasst euch nicht von akrobatischen Bildern in Youtubevideos irritieren. Wie in unserer Gesellschaft nicht anders zu erwarten, wird da natürlich gelegentlich auch mal das akrobatische (Yang) übertrieben, aber darum geht es gar nicht, und das ist auch nicht die Regel. Das wesentliche ist vielmehr das Üben des "in Kontakt gehen" und das Üben des "wieder Loslassens" ohne innerliches Festhalten oder auch das eigene innere Festhalten nach einem Kontakt wahrzunehmen, annehmen und fühlen. Wie gesagt, wofür man im realen Leben jahrelange Beziehungen braucht, kann man hier innerhalb von Minuten erleben. Und man kann dieses Fließende üben, also 2 Stunden lang von einem Kontakt fließend zum nächsten weitertanzen. Man kann üben das Leben als fließenden Tanz zu erleben.


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Kommentare

1. Anne schrieb am 21.4.2019:

weil es noch Dinge gibt, die wir mit dem Expartner erleben wollen oder wollten, auf die wir uns durch unsere Absicht also programmiert haben, und die noch nicht eingetroffen sind.

Hallo Andreas,

ich hängen gerade in so einer Schleife meiner plötzlich unerfüllbaren Programmierungen. Mein Mann und ich haben nach 18 Ehejahren einen monatelangen Kommunikations-Breakdown und ich bin stark verunsichert, ob er sich mir gegenüber wieder öffnet. Momentan komme ich einfach nicht an meinen Mann ran. Er ignoriert mich und schweigt.

Ja, das Warten und dabei nicht offen für Neues zu sein, ist natürlich alles andere als ein göttlicher Zustand! Man leidet sehnsuchtsvoll, weil das Bewusstsein dann in einen "Nicht-Erfüllbar-Modus" gerät, also keine Lösung findet und durchdreht. Man hofft, grübelt, versucht zu kommunizieren, hofft wieder, grübelt mehr... Und man kommt einfach zu keiner befriedigenden Lösung! Das kann sich sogar, wie bei mir, über Jahre hinziehen. Und das Warten, ob mein Mann nun wieder irgendwann mit mir spricht, ist tatsächlich ein energetisch schwacher Zustand, weil man sich dabei selbst in so eine Art Standby-Modus versetzt.

Als bessere Handlungsmöglichkeiten empfiehlst Du aktiv versuchen den Expartner zurück zu bekommen oder Trennung. Heißt das, wenn mein Partner mir nach mehreren Monaten noch immer eine Aussprache und Klärung unserer Differenzen verweigert, an mir kein Interesse zeigt und seine eigenen Wege geht, wir also trotz unserer drei Kinder komplett getrennte Leben führen, sollte ich mich besser von ihm trennen, als durch das passive Warten zu viel Energie zu verlieren? Eine Entscheidung ist ja bekanntlich immer besser als keine!

Lg,
Anne

2. Andreas schrieb am 23.4.2019:

Hallo Anne, aus deinen anderen Beiträgen geht ja hervor dass es für dich darum geht zu dir selber zu finden. (Ob du dich dafür trennst oder beisammen bleibst scheint da ziemlich unwesentlich zu sein.)

lg von Andreas

3. Anne schrieb am 23.4.2019:

Hallo Andreas,

da hast Du ja voll ins Schwarze getroffen!

Ich finde in meiner Partnerschaft nicht zu mir selbst, weil ich das Gefühl habe, von meinem Partner nicht bedingungslos geliebt, verstanden und angenommen zu werden. Ich denke das beruht inzwischen auf Gegenseitigkeit. Wir kommen mit unseren unterschiedlichen Vorstellungen & Erwartungen einfach nicht auf einen gemeinsamen Punkt!

Mein Mann ist herzensgut und ein prima Ernährer. Er ist sehr arbeitsam und praktisch veranlagt, was heutzutage ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Allerdings können diese Tatsachen allein nicht die bedingungslose Liebe in einer Partnerschaft ersetzen. Und die vermisse ich so sehr!

Geht es um das Wohl der Familie meines Mannes, jagt in seiner Heimat ein Projekt das andere. Es wird bis zum Umfallen gearbeitet, finanziert und mit der Familie telefoniert, man ist super motiviert, während man daheim nur noch müde ist und schweigt. Da wir recht unterschiedliche Perspektiven auf das haben, was in unserem Leben geschehen soll, möchte sich mein Mann nicht (mehr) mit mir über unsere Gedanken sowie individuelle & gemeinsame Ziele austauschen, da das in der Vergangenheit ständig nur zu Streit & halbherzigem Dulden geführt hat.

Möchte ich mich meinem Mann nochmals annähern, um verschiedene Perspektiven durchzusprechen, blockt dieser sofort ab. Wenn ich auf ein klärendes Gespräch bezüglich unserer Beziehung und unseren unterschiedlichen Sichtweisen dränge, spricht mein Mann immer gleich von Trennung und das er sowieso bald ausziehen werde. Getan hat er dies allerdings noch nie. Es kommt dann zu keiner Klarheit und unsere Ehe kleckert einfach weiter so vor sich hin wie gehabt.

Was mir besonders wehtut ist die fehlende Kommunikation. Daß man sein wahres Selbst nicht zum Ausdruck bringen kann und nicht das Gefühl hat, gehört und verstanden werden zu wollen. Würde ich diese Sprachlosigkeit in meinen anderen Beziehungen (z.B. Freundschaften) dulden? Wahrscheinlich eher nicht! Denn warum bleibt man 18 Jahre lang in einer Beziehung, wenn man immer stärker merkt, daß diese einen nicht nährt, man emotional verkümmert?

Was sind Deine Gedanken zum Vorhergehenden, insbesondere zum Verweigern der Kommunikation sowie zu der Aussage meines Mannes, daß er sowieso bald ausziehen werde? Ich frage mich vermehrt, ob eine solche Beziehung überhaupt noch Sinn hat oder wir uns nur gegenseitig bei der freien Entfaltung unseres Selbst behindern?

Lg,
Anne

4. Andreas schrieb am 24.4.2019:

Hallo Anne,
wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, machen Beziehungen der alten Zeit mit den Zielen der alten Zeit keinen Sinn mehr. Solche Beziehungen fliegen allenthalben auseinander. Du siehst das ja an deiner eigenen Beziehung. Eine solche Partnerschaft hätte vor hundert Jahren gut funktioniert. Aber in der heutigen Zeit funktioniert das nicht mehr, so zu leben und so zu denken wie vor hundert Jahren noch.

Deine Seele fordert von dir dass du die Möglichkeiten der heutigen Zeit nutzt um dich selber weiter zu entwickeln, sonst wärst du gar nicht in die heutige Zeit hineininkarniert. Darum ist es deine eigene Seele (also ein Teil von dir, also DU selbst) die deinen Mann wegschiebt, damit du leichter zu dir selber finden kannst.
Die Verantwortung für sich selbst übernehmen bedeutet zuallererst auch anzuerkennen dass DU es bist, die bewirkt wie sich dein Mann zu dir verhält. Deine Seele, also du selbst willst das genau so wie es ist.


lg von Andreas

5. Anne schrieb am 25.4.2019:

Interessanter Gedanke, Andreas! Ich glaube, meine Seele schiebt meinen Mann öfters weg, weil sie in seiner Gegenwart ihr wahres Ich nicht zeigen und leben kann.

In unserer Beziehung, einer Beziehung der alten Zeit, wird vom Mann erwartet, daß eine gute Ehefrau ihrem Partner folgt und häuslich funktioniert. Auch die Religion erwartet das: Der Mann ist der Versorger und Gott des Zuhauses.

Diese Perspektive mit ihren unausgesprochenen Erwartungen verursacht in mir einen ständigen Konflikt, weil ich sie ablehne und weil ich ein freier Geist sein möchte! Es fühlt sich an, als ob ich meine Spiritualität nicht ausleben darf. Je mehr ich zu mir finde und in meiner Kraft bin, meine eigenen Entscheidungen treffe, desto konfliktreicher, schwieriger und schweigsamer wird unsere Ehe. Keiner mag sich dem anderen beugen. Jeder tut jetzt nur noch das, was seine Seele wirklich möchte...

Darum ist es deine eigene Seele (also ein Teil von dir, also DU selbst) die deinen Mann wegschiebt, damit du leichter zu dir selber finden kannst.

Wenn es meine eigene Seele ist, die diesen Seelenkonflikt als Reaktion auf meinen Mann verursacht - was mache ich nun mit dieser Erkenntnis? Eine Änderung meiner inneren Einstellung kommt für mich nicht in Frage. Also lieber Ehe oder Seelenfrieden? Beides klappt ja momentan auch immer weniger und wenn, dann nur getrennt nach den eigenen Spielregeln.

Lg,
Anne

6. Geli schrieb am 09.7.2019:

Hallo, als ich mich damals von meinem Ehemann trennte, war er anfangs gefasst. Wir haben ein Kind zusammen, und ich suchte mir eine kleine Wohnung. Das Kind nahm ich mit, jedoch durfte es auch bei ihm bleiben. Ich verweigerte nichts. Bis plötzlich alles anders wurde. Mein Mann wurde fies, als ich meine letzten Sachen aus der Wohnung holte. Er zeigte ein Gesicht, was ich nicht kannte bis dato. Ich war entsetzt. Bei der Wohnungsübergabe war er anscheinend krank, wie er sagte. Er schlief sitzend an der Wand ein, sah elendig aus. Während unsere Vermieterin auch nur komisch schaute. (Er musste die gemeinsame Wohnung aufgeben, sie war zu teuer für ihn alleine)

Das ganze fiessein ging fast 2 Jahre so weiter. Ich bin nie darauf eingestiegen. Er bekam körperliche Schwierigkeiten. Leistenbruch rechts, Gerstenkorn am rechten Auge, einen Absess am Hintern, der richtig schlimm war. Mit Krankenhausaufenthalt sogar. Mittlerweile ist das Ganze ein paar Jahre weiter her. Heute kommt er besser klar. Obwohl er zwischendurch noch immer mal wieder zickig ist, aus heiterem Himmel, was ich mir nicht erklären kann. Er kann auch bis heuzte nicht mit mir über die Trennung reden. Ich las von deinem Cuttingartikel. Sollte ich das in Angriff nehmen?
Was sagt mir sein damaliges Verhalten? Lieben Gruß Geli

7. Andreas schrieb am 09.7.2019:

Hallo Geli,
ja, eine Ablösung/Cutting sollte man immer machen, weil es gibt keinen Grund warum wir unsererem Unterbewusstsein nicht helfen sollten bei seiner Arbeit.

Absess am Hintern = ein Nicht-Loslassen Thema

Leistenbruch = ein nicht Loslassen-Thema von etwas was verdaut werden müsste
>..Er kann auch bis heuzte nicht mit mir über die Trennung reden
ja, er hat es noch immer nicht verdaut, es liegt noch immer im Darm unverdaut, wo es den Leistenbruch verursacht hat

Gerstenkorn: Da zitiere ich dir mal aus dem Buch von Martel (Mein Körper, Barometer der Seele), weil das so passt wie du es geschildert hast: "..es ist so als ob ich nicht Herr meiner Kraft wäre. So brauche ich die Kraft eines anderen, an die ich mich anlehnen kann, denn ich fühle mich zu klein."
Dazu passt die Szene die du beschriebst wo er an die Wand angelehnt energielos in sich zusammensackte.

Er hat also seine Themen und seine Seele erlaubte es ihm nicht mehr sich an dich anzulehnen, weswegen er sich die Trennung erschaffen hat, weil nur so ist er gezwungen sich seinen Themen zu stellen. Wäre er freiwillig seine Lebensentwicklungsthemen angegangen, hättet ihr zusammen bleiben können. Dann hätte seine Seele nicht die Trennung erzwingen müssen.

Jeder Mensch erschafft sich sein Schicksal selber, auch wenn es so aussieht als hättest du ihn verlassen.

lg von Andreas

8. Geli schrieb am 11.7.2019:

Hallo Andreas, vielen Dank für deine Sichtweise. Der Witz ist, das er vor ein paar Wochen erneut ins Krankenhaus musste. Leistenbruch auf der anderen Seite! Seine Aussage war, das ihm die Ärzte damals schon sagten, das es irgendwann auf der anderen Seite eben auch passieren kann. Das wäre fast schon üblich. Tzz...Ärzte!
Das zeigt aber doch, das er noch nicht an sich gearbeitet hat, oder irre ich mich? Sonst wäre die andere Seite doch heil geblieben. Dazu kommt, das er in all den Jahren nach der Trennung keine neue Frau in sein Leben lässt. Von Jahr zu Jahr wird er komischer, je länger er alleine lebt. Geht's da um dieses Anlehnthema? Ein Cutting werde ich machen, allerdings sehen wir uns zwischendurch oder telefonieren auch. Was ist dein Vorschlag dazu?
Ganz liebe Grüße Geli :-)

9. Andreas schrieb am 11.7.2019:

Hallo Geli,
Von Jahr zu Jahr wird er komischer, je länger er alleine lebt. Geht's da um dieses Anlehnthema?
er wird vermutlich seine eigenen Formen entwickeln wie und wo er sich "anlehnen" kann, und das erscheint uns dann komisch, weil wir es nicht verstehen. Sobald ein solches komisches Verhalten dich in irgend einer Art und Weise zu etwas zwingt, also sprich deine Freiheit einschränkt ist sein "komisches Verhalten" lediglich eine raffinierte Form sich weiterhin anzulehnen an deine Energie. Das bist du dir selber dann schuldig, es sofort zu stoppen.
Nach einem Cutting sollte man am besten 3 Wochen keinen Kontakt haben.

lg von Andreas

10. passion schrieb am 14.8.2019:

Hallo

ich bin seit 1 Jahr Single ,mit kennenlernen und Beziehung waren es 3 Jahre davon 2 Zusammen gelebt. Dann kam die Zeit der größte Feind,
wir hatten gemerkt das wir beide an den Punkt angekommen waren wo wir merkten, dass die Zeit die wir hatten die so voll gepackt war mit viel Energie und Leidenschaft und Emotionen. Es war die Schönste Zeit für uns beide! (Er Widder ich Fisch ) es war eine Mischung die so Impulsiv war aber auch die Energie konnte man nicht halten und man merkte dass, das Feuer langsam aus ging ..dann kam das Ende jeder musste sich wieder finden und seine eigenen Weg gehen um zu wachsen.
So jetzt wie gesagt bin ich seit einem Jahr alleine und ich habe immer mal wieder eine innerliche Sehnsucht zu ihm.
ich sehne mich nach der Zeit.
Ich habe das Gefühl ich hätte noch viel machen können
und wenn man sich heute mal sieht was selten vorkommt, bekomme ich sofort Bauchkribbeln und mir wird ganz warm ...ist das liebe ?
ich habe das Gefühl das zwischen uns ein imaginäres Band existiert was ich nicht Los werde, auch nicht möchte! Ich bin sehr Gesellig, und mache viel mit Freundinnen ..aber ich vermisse ihn..
ich will das er mich nur festhält ich will keine Beziehung weil es nichts bringen würde. Was ist das, ich hätte so gerne nur nochmal einen Tag mit ihm, das Gefühl nochmal spüren und es genießen und dann gehen!

und heute,..er hat eine Freundin und man schreibt sich selten mal small talk und wir denken beide viel an die Zeit zurück , wie schön die war.

ich würde ihn gerne schreiben das ich ihn vermisse ..ich kann nur nicht!?

11. Andreas schrieb am 16.8.2019:

Hallo, ja, als Sternzeichen Fisch musst du lernen geordnet loszulassen, und das geht nur indem man die Bindung durchtrennt, cuttet.

Zitat:

Ich habe das Gefühl ich hätte noch viel machen können


ja, das ist das furchtbarste was ein Loslassen verhindert, nämlich wenn man etwas versäumt hat.

Dann kann man nicht loslassen, weil man etwas hinterhertrauert.

dann ist man durch die Trauer (hinterhertrauern) an die Vergangenheit gefesselt und kann nicht nur nicht in die Zukunft gehen, sondern man kann noch nicht einmal im hier und Jetzt sein..

Und das ist aber die Botschaft, dass man im Hier und Jetzt alles was möglich ist und was man sich wünscht leben soll, immer im jetzigen Moment, weil nur dann trauert man hinterher nichts nach und kann deshalb dann leicht und in Frieden loslassen.

lg von Andreas

12. Anne schrieb am 17.11.2019:

Hallo Andreas,

im April habe ich drei Kommentare zum Thema "Trauer bei Partnertrennung“ geschrieben. Seitdem sind sechs Monate vergangen und ich war wegen meiner Depressionen, Ängste und meines geringen Selbstwertgefühls in Therapie, um an diesen Themen zu arbeiten. Eine Paartherapie lehnt mein Mann ab.

Die Psychologin meinte (genauso wie Du damals), wenn mein muslimischer Mann zu mir in der Ehe - aus welchem Grund auch immer - keinen Kontakt wünsche, solle ich mir Selbstliebe schenken und mich auf mich selbst konzentrieren, entweder innerhalb unserer Ehe oder separat durch eine Trennung. Nur mein Mann selbst könne an seinem Verhalten etwas ändern, sofern er dies wolle. Ich trage ausschließlich die Verantwortung (und Macht) für meine eigenen Sichtweisen und Handlungen.

Du schriebst damals:
Darum ist es deine eigene Seele (also ein Teil von dir, also DU selbst) die deinen Mann wegschiebt, damit du leichter zu dir selber finden kannst. Die Verantwortung für sich selbst übernehmen bedeutet zu allererst auch anzuerkennen, dass DU es bist, die bewirkt wie sich dein Mann zu dir verhält. Deine Seele, also du selbst willst das genau so wie es ist.


Ich verfluche unsere Beziehung der alten Zeit mit den Zielen der alten Zeit, wo der Mann ausschließlich als Verdiener und Herr des Hauses agiert! Mein Mann ist nach sechs Monaten des non-stop Arbeitens einmal wieder sofort am ersten freien Tag - alleine und ohne jegliche Absprache - für zwei Wochen in seine Heimst verreist, währenddessen ich mich hier weiterhin um unsere drei Teenager kümmere. Das ist bei uns der Norm. Natürlich schiebt dann ein Teil von mir meinen Mann weg, damit ich leichter zu mir finden und die Möglichkeiten der heutigen Zeit nutzten kann, um mich selber weiterzuentwickeln.

Ich glaube nicht, dass ich meinen Mann überhaupt noch liebe, weil er weder Interesse an mir zeigt und mir zuhört, noch neugierig auf das ist, was ich ihm zu erzählen habe. Das Gefühl nicht erwünscht, gar lästig zu sein, und alle Herausforderungen bezüglich der Kindererziehung alleine tragen zu müssen, macht mich depressiv und ängstlich. Nach Jahren des Wartens und Hoffens auf Besserung habe ich meine Hoffnung aufgegeben und möchte eigentlich nur noch ausziehen.

Was meinst Du dazu, Andreas?

Lg,
Anne

13. Anne schrieb am 17.11.2019:

Lieber Andreas,

Du schreibst in Deinem Artikel über Depressionen, dass diese aufgrund von gegensätzlichen, unvereinbaren Wünsche entstehen. In meinem konkreten Beispiel: Ich sehne mich so sehr nach einem harmonischen Familienleben, habe jedoch Schwierigkeiten, meinem Mann 100% zu vertrauen, da er durch ständige Abwesenheit glänzt und mich mit unseren drei Kindern in mental & emotional fordernden Situationen ständig allein lässt. Das Vertrauen ist dadurch stark angeschlagen, aber das Verlangen nach Nähe noch immer da. Die zahlreichen, schmerzhaften Enttäuschungen, wenn ich (Krebs) auf die Anwesenheit meines Mannes (Fisch) baue, führen bei mir zu vielen Ängsten und Leid.

Mein Mann sagt, er möchte frei sein, und ich solle mein Leben leben und ihn in Ruhe lassen. Freiräume und Autonomie sind in einer Ehe sehr wichtig, aber genauso wichtig sind Nähe und Zweisamkeit. Ich verspüre soviel Irritation, Wehmut und Ohnmacht, mich in seiner Gegenwart nicht in die Richtung entwickeln zu können, wo ich wirklich hin möchte und auf so viele Dinge verzichten zu haben, dass ich ständig gestresst bin. Oft sind meine Gesichtsmuskeln verhärtet und angespannt und der Gedankenzug setzt sich in endlose Bewegung. Immer schneller und wirrer wird die Fahrt, mein Kopf total vernebelt.

Da ist einerseits mein Wunsch, Dinge anders zu (er-)leben und etwas zu verändern, andererseits mein Traum von Familienidylle (meine Eltern ließen sich scheiden, als ich 5 war). Dann noch diverse Verbote, die mich von einer Trennung und Veränderung der jetzigen Situation abhalten.

Solange ich den Haushalt schmeiße, mich um unsere Kinder kümmere, ihm den Rücken freihalte und alle Dinge, die mir Freude bereiten, alleine bestreite, läuft für ihn alles rund. Er geht derweilen 7 Tage/Woche arbeiten, trifft sich in den Pausen mit Freunden, verreist ohne uns und scheint zufrieden zu sein. Ich kann das von mir nicht gerade behaupten. Von meinem Missmut möchte mein Mann nichts hören, dann wird geschwiegen. Ich finde das total egoistisch!

Außerdem betont mein Mann immer recht überheblich, wie sehr er seine Kinder liebe (wo er doch kaum daheim ist und Zeit mit Ihnen verbringt). Da werden die Kinder auch um 23:00 Uhr nach der Arbeit noch einmal aufgeweckt und abgeknutscht. Ich scheine ihm total gleichgültig. Kein liebes Wort, kein Blick oder sonstiges Interesse. Er tut einfach immer das, was ER gerade will, und sagt, ich solle dies doch auch tun. Wofür bin ich dann eigentlich verheiratet, wenn es in unserer Ehe kein WIR gibt?

Mein Mann ist sehr mit seiner 12-köpfige Ursprungsfamilie verbunden, viel mehr als mit mir. Es wird ständig telefoniert, gemeinsam geplant sowie finanziell unterstützt. Halt alles das, was ICH gerne hätte. Das stimmt mich nachdenklich. Vielleicht fühle ich mich ja depressiv, weil unsere Interessen nach 18 Jahren total entgegengesetzt und unvereinbar geworden sind? Beide wollen wir unser eigenes Ich leben und behaupten, keiner gibt nach. Aber ohne Kompromisse gibt es halt auch kein liebevolles und harmonisches Miteinander. Verschwenden wir nur unsere Zeit, indem wir an dieser Beziehung weiterhin festhalten?

Was gibt es hier für mich zu lernen und zu tun?

Lg,
Anne

14. Andreas schrieb am 17.11.2019:

Hallo Anne,

Zitat:

Du schreibst in Deinem Artikel über Depressionen, dass diese aufgrund von gegensätzlichen, unvereinbaren Wünsche entstehen


ja, da hast du recht. In deinem Fall ist unter anderem das Unvereinbare vorhanden, dass du einen Wunsch hast, der auch gar nicht erfüllbar ist:
Du willst deinen Mann manipulieren, und das geht aber nicht, weil man immer nur sich selber verändern kann, niemals andere.
Zum Glück für dich geht dein Mann nicht auf deine Manipulationsversuche ein, weil dadurch erkennst du ja viel schneller, dass deine Manipuliererei nicht funktioniert.

Das ist der Wiederspruch, der dich innerlich zerreißt und deshalb depressiv macht, weil beides gleichzeitig geht ja nicht.

lg von Andreas

15. Anne schrieb am 18.11.2019:

Andreas, könntest Du einmal einige Zeilen zum menschlichen Pain Body (Schmerzkörper) schreiben? Ich habe innerhalb meiner 18jährigen Rollercoaster-Ehe das Gefühl, dass in unserem Fall nicht zwei Erwachsenen-Ichs miteinander kommunizieren, sondern zwei verletzte Schattenkinder.

Mein Mann meint, er habe nun genug und wolle nur noch Frieden und seine Ruhe. Er sagt, wir seien einfach zu verschieden, und dass er lieber alleine leben und frei sein wolle. Seit Beginn des Jahres wird gemauert und jeglicher Kontakt zu mir vermieden. Ich weiß nicht, ob ich meinen Mann im Streit tief verletzt habe oder er über seine unangenehmen Gefühle nicht sprechen kann. Er lässt sich einfach nicht mehr auf mich ein, so dass es natürlich auch zu keiner Lösung/Besserung kommen kann. Das verunsichert mich und tut mir weh! Wir leben schließlich im selben Haus. Ich fühle mich festgefahren und überlege, ob eine solche Beziehung dann überhaupt noch Sinn macht. Wir scheinen als Paar einfach auf keinen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Ist es möglich, dass uns diese Beziehung hauptsächlich zum Lernen dienen sollte und sie nun zu einem Ende gekommen ist? Wir haben drei gemeinsame Kinder (13, 16 und 17), mit denen wir seit Jahren nur noch separat interagieren - getrennte Aktivitäten, getrennte Malzeiten, getrennte Urlaube. Nicht ideal! Lohnt es sich da noch, weiterhin um Änderung dieser Dynamik zu kämpfen?

16. Andreas schrieb am 18.11.2019:

Hallo Anne, ja, siehe meine alten Kommentare. lg

17. Anne schrieb am 19.11.2019:

Hallo Andreas,

die Phase der Manipulationsversuche meinerseits, meinen Mann dazu zu bewegen, mit mir regelmäßig Beziehung/Familienleben leben zu wollen, ist vorbei, da mein Mann darauf ja nicht eingeht. Dafür liebt er seine Autonomie viel zu sehr. Manipulation schadet einer jeden Ehe und verletzt oftmals nur einen selbst.

Allerdings lässt mich der Gedanke nicht los, dass ich in meiner Ehe nicht das bekomme, was ich mir für mein Leben vorstelle: ein aktives Familienleben und das Gefühl, dass sich der andere mit mir weiterentwickeln möchte. Und da die Kommunikation zwischen uns seit Beginn des Jahres nicht mehr klappt, können wir diese Dinge auch nicht besprechen. So leben wir stattdessen seit Jahren in einer wortkargen, gefühls- und sexlosen Ehe wie zwei Room Mates aneinander vorbei!

Ich glaube, das ist was mich innerlich zerreißt.

Ich hatte ein für mich sehr einschneidendes Erlebnis bezüglich gegenseitiger Autonomie in unserer Ehe: Über den Zeitraum von 18 Jahren baut mein Mann in seiner Heimat von seinem Verdienst das nun dritte Haus für seine Geburtsfamilie. Er ist dadurch all die Jahre immer viel beschäftigt gewesen - ständig auf Arbeit und oft fort. Also habe ich mich um unsere drei Kinder gekümmert, sie größtenteils alleine großgezogen. Um finanziell unabhängig zu sein (mein Mann brauchte ja jeden Cent für die Häuser), begann ich halbtags zu arbeiten. Nach jedem Haus versprach mir mein Mann, dass es das jetzt gewesen wäre und wir nun endlich etwas an uns denken würden. Was nie passierte. Ich wurde immer unzufriedener und unsere Ehe litt.

Dann starb mein Vater und hinterließ mir, seiner einzigen Tochter, ein kleines Vermögen. Plötzlich war mein Mann da und träumte vom großen Business und einem eigenen Haus. Ein Großteil unserer Finanzen war investiert und alles lief hervorragen. Mein Mann wollte auch gar nicht mehr arbeiten gehen, saß daheim mit dem Handy in der Hand, um unsere Investitionen 24/7 zu überwachen. Plötzlich machten diese einen Tiefgang, mein Mann wurde nervös und bedrängte mich, alles mit einem 50% Verlust zu verkaufen. Ich war dagegen. Mein Mann setzte sich mit viel Wut durch. Natürlich erholten sich die Aktien im darauffolgenden Monat - ohne uns - wieder (-; Auch in den nächsten Monaten mischte sich mein Mann in alle meine finanziellen Entscheidungen ein (er wollte Day Trading, ich nicht), was zu weiteren Verlusten führte.

Danach beschloss ich, das restliche Geld im Sinne meines Vaters alleine zu verwalten, so wie es mein Mann jahrelang mit seinem Verdienst getan hatte. Ich erklärte ihm, dass er natürlich noch Teil aller Dinge und Planungen wäre, aber ich jetzt erst einmal alleine Verantwortung für den Nachlass meines Vaters übernehmen würde, denn zu viele Köche verderben ja bekanntlicherweise den Brei. Das führte zum endgültigen Stillschweigen zwischen uns. Mein Mann fuhr nicht mit in den geplanten Urlaub, sondern ging dafür arbeiten. Zuvor sagte er noch, dass er keinen einzigen Pfennig von meinem Nachlass abhaben wolle und dass es mit uns keinen Sinn mehr hätte, denn was der eine wolle, wolle der andere nicht und umgekehrt. Ich glaube ich habe mit der Entscheidung, die Finanzen alleine verwalten zu wollen, sein Ego verletzt. Vielleicht fühlt er sich auch für den Verlust verantwortlich und schuldig?

Wenn sich in einer Beziehung Verletzungen und Ressentiments ansammeln, wird es immer schwieriger, sich in die Erfahrung des Partners hineinzuversetzen, weil man so viel eigenen ungehörten und vernachlässigten Schmerz hat. Wenn man zu viel vernachlässigten Schmerz erlaubt, sich zwischen Menschen abzulagern, kann es fast unmöglich sein, die Erfahrungen des jeweils anderen anzuhören, geschweige denn sich darum zu kümmern. Mit der Zeit schaffen nicht geheilte Wunden eine Beziehung, in der es keinen Raum mehr gibt, gehört zu werden, und keinem Ort, an dem einige Ungerechtigkeiten oder Verletzungen aus der Vergangenheit nicht ihr Recht auf Freundlichkeit und Unterstützung ausschließen - was zufällig die wesentlichen Bestandteile für Intimität sind.

Ich denke, bei uns ist eine Menge zu heilen, um einander wieder vertrauen nahekommen zu können. Man steckt ja leider nicht im Kopf des anderen drin, um zu verstehen, was dieser denkt, und ob ein Neuanfang mit veränderten Verhaltensmustern und einer besseren Kommunikation erfolgversprechend oder pure Illusion und Zeitverschwendung ist. Und das lässt sich auch nicht so leicht inmitten verletzter Egos und Trauer über unerfüllter Träume feststellen. Was macht man in so einer festgefahrenen Situation, Andreas?

Ich habe in den 18 Ehejahren gelernt, dass zu viel Kritik, Defensivität, Verachtung und Mauern eine Ehe zerstören. Allerdings habe ich auch gelernt, dass ich ein Recht auf Autonomie und Respekt meiner Grenzen habe. Schließlich haben wir nur dieses eine Leben!

18. Anne schrieb am 19.11.2019:

Noch eine kurze Frage: Du schreibst, dass ein Teil von mir (= ein Ego Anteil) meinen Mann manipulieren möchte, um Veränderung in unserer Beziehung herbeizuführen, aber ein anderer Teil von mir (= ein göttlicher Anteil) ihn wiederum nicht manipulieren möchte, weil dieser verstehe, dass Manipulation ungöttlich und falsch ist. Dieser Widerspruch, zerreiße mich innerlich und mache mich depressiv, weil beides gleichzeitig ja nicht gehe.

Mein Problem ist, dass mir mein Partner seit Jahren Zweisamkeit und gemeinsame Unternehmungen permanent verweigert, obwohl er weiß, wie gerne ich das hätte. Da hilft auch kein geduldiges Abwarten oder sanftes Bitten. Ich vermute, er tut dies aus einem gekränkten Ego, als Selbstschutz-Taktik oder aus schlichtem Desinteresse. Er kann mir bei Gesprächen noch nicht einmal mehr in die Augen gucken, tippt auf seinem Handy herum.

Der Wunsch, sich in einer Partnerschaft freiwillig und regelmässig ein wenig Zeit zu schenken oder etwas Schönes miteinander zu unternehmen ist meines Erachtens etwas Positives, weil es Interesse am anderen signalisiert. Manipulation beginnt erst dann, wenn man den Partner durch diverse Taktiken/Verhalten und gegen seinen eigenen Willen zu Dingen zu bewegen versucht, die dieser eigentlich gar nicht tun möchte.

Ich leide sehr unter der Einsicht, mit einem Partner verheiratet zu sein, der scheinbar nichts mehr mit mir zu tun haben möchte. Das Schlimmste ist das es bei Aussprache-Versuchen nur zu authentischen Monologen meinerseits kommt. Er äußert sich einfach nicht und sagt, er wolle jetzt schlafen. Natürlich könnte ich ihn auch einfach in Frieden lassen. Das habe ich bereits über mehrere Monate ausprobiert, aber dann war zwischen uns komplette Funkstille.

Die ständigen Zurückweisungen und nicht zu wissen, woran man in einer Ehe ist, fühlen sich furchtbar an, weil man sich seines Partners nicht sicher ist! Ich habe ein starkes Gefühl, dass mein Mann einfach nicht mehr möchte. Hat so eine Ehe dann überhaupt noch Sinn oder macht sie krank? Was ist in unserem Fall das spirituell Richtige zu tun?

Lg,
Anne

19. Andreas schrieb am 20.11.2019:

Hallo Anne,
ja, wie ich schon in einem früheren Kommentar geschrieben habe, solche Unordnung muss man innen lösen, weil sie entspringt ja auch aus dem Innen heraus. Die äußere Welt ist nur der Spiegel deiner Innenwelt.

Und natürlich ohne anzufangen positiv zu denken - wie willst du da erwarten dass sich etwas zum positiven verändert ?? Im Moment denkst du noch immer negativ. Du siehst noch überhaupt nicht das Gute an deiner Situation. (Das wäre ja wahnsinnig zu glauben es würde sich etwas verändern wenn du nichts veränderst, das hat Einstein gesagt.)

lg von Andreas


20. Anne schrieb am 22.11.2019:

Hallo Andreas,

kann das gegenseitige negative Denken auch ein Zeichen dafür sein, dass wir die Beziehung tief in unserem Unterbewusstsein in Wahrheit gar nicht mehr wollen, aber uns nicht trauen, dies offen auszusprechen? Du schreibst: "Wenn man die Negationen herausnimmt, dann kommt man unbewusstem Streben auf die Spur. Fast immer sieht man so die Wahrheit, denn auf der unbewussten Ebene lügt der Mensch nicht. So kann man mittels dem Wissen um das positive Denken leicht verborgene Motive erkennen.“

21. Andreas schrieb am 22.11.2019:

Hallo Anne,
ja, das wäre ja mal ein Anfang für dich zum üben, in dich hineinzuspüren ob es einen Anteil in dir gibt der die Beziehung nicht mehr will.

lg von Andreas

22. Anne schrieb am 23.11.2019:

Diesen Anteil gibt es in mir tatsächlich! Was nun? Meinem Gespür vertrauen und die Beziehung wahrheitsgemäß beenden oder versuchen, den Anteil erneut zu befrieden? Ich fühle inzwischen deutlich, dass ich diese Beziehung eigentlich gar nicht mehr will. Komischerweise bin ich mir nun plötzlich auch im Detail bewusst, was ich stattdessen erfahre möchte - etwas ganz, ganz anderes (-; Vielleicht hat ja das jahrelange Unterdrücken meiner wahren Gefühle zu all den Blockaden, Druck und Depressionen in mir geführt? Das wurde zum Schluss immer heftiger. Für so manch schmerzhafte, auf die harte Tour gelernte Lektion in meiner Beziehung bin ich im Nachhinein dankbar, da ich daran gewachsen bin.

Lg,
Anne

23. Andreas schrieb am 25.11.2019:

Hallo Anne,
.. und die Beziehung wahrheitsgemäß beenden oder versuchen, den Anteil erneut zu befrieden?
Völlig egal, wie du handelst, die inneren Anteile mussen immer in einem Frieden sein. Das ist ein allgemeines Prinzip.

lg von Andreas

24. Gabi schrieb am 26.11.2019:

Völlig egal, wie du handelst, die inneren Anteile mussen immer in einem Frieden sein. Das ist ein allgemeines Prinzip.


Hallo Andreas,

mich würde einmal interessieren, ob ein sich unbewusster Mensch durch die fehlende Erkenntnis seines dauerhaft ungünstigen Verhaltens die inneren Anteile eines nahestehenden, bewussten Menschen aus dem Frieden bringen kann? Zum Beispiel durch: Manipulation, willkürliche Forderung nach Aufmerksamkeit ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer, sarkastische Bemerkungen, permanente Kooperationsverweigerung oder Rückzug. Wie würde ein bewusster Partner mit solchen Verhaltensweisen auf Dauer richtig umgehen, um selber im inneren Gleichgewicht zu bleiben, wenn der andere keinen Wunsch nach Veränderung oder Einsicht zeigt?

Lieber Gruß,
Gabi

25. Anne schrieb am 26.11.2019:

Völlig egal, wie du handelst, die inneren Anteile mussen immer in einem Frieden sein. Das ist ein allgemeines Prinzip.

Es ist letztendlich also völlig egal, ob man versucht, einen Anteil erneut zu befrieden oder sich entscheidet, eine Beziehung zu beenden, solange die eigenen inneren Anteile in einem Frieden sind? Was zählt ist ausschliesslich der eigene innere Frieden? Ist das nicht ein wenig egoistisch? Kann man behaupten, dass eine jegliche Entscheidung, die aus dem Gefühl des Ganzseins (= Frieden) rührt, eine gute und richtige Entscheidung ist?

Lg,
Anne

26. Anne schrieb am 26.11.2019:

PS: Bedeutet das, wenn man sich zwischen seiner Partnerschaft und seinem inneren Frieden entscheiden muss (falls beides zusammen nicht möglich ist), sollte man immer seinen inneren Frieden wählen?

Lg,
Anne

27. Andreas schrieb am 26.11.2019:

Hallo Anne,
..eine gute und richtige Entscheidung ist?
ja, das bist du selber (deine inneren Anteile) die das entscheiden ob etwas richtig und gut ist.

Da kannst du tausend Kilometer weit laufen, du wirst nie jemand finden der das für dich entscheiden kann, weil es ist ja dein Leben. Also kannst auch nur du selber entscheiden was richtig ist.

Bedeutet das, wenn man sich zwischen seiner Partnerschaft und seinem inneren Frieden entscheiden muss..
Das kommt überhaupt NIE vor, dass man sich zwischen einer Partnerschaft und dem inneren Frieden entscheiden muss.

Und zwar kann das deswegen nicht vorkommen, weil es zwei völlig verschiedene Dinge sind. Das hat nix miteinander zu tun.

Nur Menschen die irgend welche komischen Spielchen spielen koppeln das aneinander und sind dann fortan von anderen abhängig und geraten dadurch in des Teufels Küche. Ein solcher Glaube ist ungöttlich weil er dich nicht frei macht sondern begrenzt. Solange du nicht aufhörst solche komischen Glaubensspielchen zu spielen wirst du nicht einmal mit dem perfektesten Mann glücklich sein können.
Wie kannst du nun aber rauskommen aus diesem Glaubensgefängnis in dem du dich befindest ? DAS sollte deine Sorge sein - und nicht wie sich dein Mann verhält.

lg von Andreas

28. Andreas schrieb am 26.11.2019:

Hallo Gabi,

Zitat:

Wie würde ein bewusster Partner mit solchen Verhaltensweisen auf Dauer richtig umgehen


Ganz einfach durch Dankbar sein dafür dass ihm hier etwas gespiegelt wird UND indem er also innerlich schaut welche Anteile ihm da gespiegelt werden UND diese inneren Anteile dann verändert, zb indem man seinen Frieden mit dem findet worauf diese Anteile beruhen.

Oftmals sind solche inneren Anteile die einem da gespiegelt werden ja Glaubenssätze die man in sich trägt und die es zu verändern/transformieren gilt. Das passt übrigens sehr gut zu dem was ich aktuell über 2020 geschrieben habe, weil da wird Saturn genau solche Glaubenssätze überprüfen - so wird das in 2020 noch wichtiger dass man genau hinschaut was der Partner einem da spiegelt !

lg von Andreas

29. Julia schrieb am 25.3.2020:

Hallo Andreas,
kann man nach einer Trennung wieder zueinander finden? Wenn man an sich arbeitet? Man hört ja immer wieder, dass es möglich ist, dass zwei Menschen wieder zusammen kommen. Und stimmt die Theorie, dass zwei Menschen für einander bestimmt sein können?
LG Julia

30. Andreas schrieb am 25.3.2020:

Hallo Julia,
ja, der Mensch entscheidet ja durch seine Gedankenkräfte (natürlich auch die Unbewussten!) alles und kann sich zu jeder Zeit neu entscheiden (sofern man die alten Entscheidungen auflöst und loslässt.

Zitat:

stimmt die Theorie, dass zwei Menschen für einander bestimmt sein können?

Ja, für einender bestimmt ist man immer dann wenn man vor der Inkarnation vereinbart dass man dieses oder jenes miteinander erleben wird. Ansonstenb mehr dazu hier.

lg von Andreas


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