Warum Partnertrennungen oft so traurig machen

Neulich habe ich eine Frau getroffen, die hatte 4 Jahre lang darauf gewartet und gehofft dass der Expartner zurückkommt. Vier Jahre in sehnsuchtsvollem Leiden verbracht. Wie krass ist das denn, fragt man sich nüchtern betrachtet.

Nun, leider ist das gar nicht krass, weil es geschieht so oft in unserer Gesellschaft, dass es schon fast normal ist. Aber Warten und dabei nicht offen für Neues zu sein, ist natürlich alles andere als ein göttlicher Zustand. Wer im göttlichen Fluss des Lebens ist, für den gibt es einen Zustand den man als "Warten" empfindet überhaupt ist. Wer eins mit dem göttlichen Fluss des Lebens ist, dem fließt immer das passende gerade im Moment des JETZT zu. Das Jetzt ist nie langweilig. Langweilig ist nur, wenn wir das Jetzt in einen Moment in der Zukunft verschoben haben, denn dann müssen wir warten, bis dieser Jetzt Moment kommt. Und natürlich dieser Moment kommt nie, weil wir dieses Muster (das Jetzt in die Zukunft hinein zu verschieben), ja dann als Gewohnheit ständig leben. Sobald das eine Warten zu Ende geht, kreiert uns unser Unterbewusstsein dann bereits das nächste Warten, weil unser Unterbewusstsein ja glaubt, wir wollten das so haben, wir wollten das Warten als wesentlichen Lebensinhalt - und um auf das obige Beispiel zurück zu kommen - wenn jemand 4 Jahre lang wartet, da glaubt das Unterbewusstsein dann natürlich irgendwann tatsächlich dass es dem Mensch tatsächlich ums Warten geht.

Warum warten wir dann überhaupt ?

Ganz einfach, weil es noch Dinge gibt, die wir mit dem Expartner erleben wollen oder wollten, auf die wir uns durch unsere Absicht also programmiert haben, und die noch nicht eingetroffen sind. Und dies sind auch genau jene Gründe warum man traurig über eine Trennung ist: Weil man noch unerfüllte Absichten hat, die nicht erfüllt wurden - von denen wir uns aber jetzt nach der Trennung eingestehen müssen, dass sie unerfüllt bleiben. Genau das Gleiche sind auch beim Tod eines Partners die Gründe die uns traurig sein lassen. Auch hier hängen wir dann in einer Schleife unserer plötzlich unerfüllbaren Programmierungen.
Unerfüllbare Selbstprogrammierungen sind die Ursache von Depression und Traurigkeit, weil unser Bewusstsein dann in einen "Nicht-Erfüllbar-Modus" gerät, also keine Lösung findet und durchdreht.

So ergeben sich also bei einer Trennung vom Expartner exakt die folgenden 3 Handlungsmöglichkeiten:

  1. Warten ob er zurück kommt
    Dies ist natürlich ein energetisch schwacher Zustand weil man sich dabei selbst in so eine Art Standby-Modus versetzt.
  2. Aktiv versuchen den Expartner zurück zu bekommen
    Hierzu muss natürlich eine tiefe Analyse erfolgen, warum die Trennung erfolgt ist, und es müssen Ursachen abgestellt oder verändert werden.
    Wer nicht erkennt, warum und inwiefern er selbst diese Trennung auch wollte, kann diese Möglichkeit vergessen, weil er kommt dann auch nicht tief genug an die wahren Ursachen ran. (Alles was geschieht, also auch eine jede Trennung ist immer von beiden, also auch von dir innerlich verursacht. Jeder Mensch ist der Gott seines Schicksals.)
  3. Trennung auch im Bezug auf die unerfüllten Wünsche vornehmen
    Wenn wir uns aber nun für die Trennung entschließen, dann sollten wir uns eine Arbeitsliste aller unserer noch unerfüllten Wünsche und Absichten machen, die wir mit dem betreffenden Partner/in noch zu erleben gewünscht hatten. Diese gefundenen Punkte gehe dann in deiner Vorstellung, sprich in deiner Visualisierungsarbeit durch und entkopple sie vom Exfreund. Du kannst sie zum Beispiel auf einen noch imaginären zukünftigen Partner projizieren oder ganz loslassen und auflösen.
    Nur wenn diese Wünsche verändert oder aufgelöst sind und eine saubere Trennung auch auf der geistigen Ebene durchgeführt wurde, hast du eine Garantie, dass dein Leben nach der Trennung nicht von Trauer geprägt ist und du stattdessen mit Lebensfreude prall gefüllt weiter hin im Fluss des Lebens schwimmen kannst.

Eine körperliche Übungsmöglichkeit

Wie schon anfangs erwähnt, es ist wirklich in unserer Gesellschaft tief, und damit meine ich wirklich ganz heftig tief verankert, dass man sich wartenden und nicht fließenden Geisteshaltungen im Bezug auf Beziehungen hingibt. Solche Muster stecken tief in uns, ich glaube wohl in jedem von uns, weil sie auch von unseren Vorfahren übernommen und darum sozusagen schon mit der Muttermilch eingesogen wurden. Ich kenne niemand der im Bezug auf Beziehungen wirklich ganz und gar im Fluss des Lebens ist und da will ich mich selbst auch nicht ausschließen. Darum möchte ich hier auf eine wundervolle Übungsmöglichkeit hinweisen die es zum Thema Beziehungen eingehen und loslassen gibt. Diese Veranstaltungen nennen sich Contact Improvisation. Das ist jetzt hier vielleicht nicht möglich alles was da geschieht so auf die Schnelle allumfassend zu beschreiben, aber im Prinzip wird hier das Begegnen und wieder Loslassen von anderen Personen, also eine Beziehung, auf wenige Minuten reduziert, ist aber aufgrund des dabei stattfindenden bewussten Fühlens oft intensiver als eine gesamte jahrelange Beziehung. Man kann hier also das Loslassen und zur nächsten Begegnung übergehen, wunderbar in Kleinem üben, ohne dass man eine jahrelange zeitzehrende Beziehung eingeht. Manchmal werden solche Veranstaltungen auch Contact-Jam oder Contactdance genannt. Wavedance vermischt sich manchmal auch mit Kontakttanzelementen. Schaut einfach ob so etwas auch in euerer Stadt angeboten wird und lasst euch nicht von akrobatischen Bildern in Youtubevideos irritieren. Wie in unserer Gesellschaft nicht anders zu erwarten, wird da natürlich gelegentlich auch mal das akrobatische (Yang) übertrieben, aber darum geht es gar nicht, und das ist auch nicht die Regel. Das wesentliche ist vielmehr das Üben des "in Kontakt gehen" und das Üben des "wieder Loslassens" ohne innerliches Festhalten oder auch das eigene innere Festhalten nach einem Kontakt wahrzunehmen, annehmen und fühlen. Wie gesagt, wofür man im realen Leben jahrelange Beziehungen braucht, kann man hier innerhalb von Minuten erleben. Und man kann dieses Fließende üben, also 2 Stunden lang von einem Kontakt fließend zum nächsten weitertanzen. Man kann üben das Leben als fließenden Tanz zu erleben.


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