Persönlichkeitsentwicklung

Der Begriff Persönlichkeit ist eigentlich derart von der Psychologie vereinnahmt, dass ich mich fast gescheut habe zum Thema Persönlichkeitsentwicklung überhaupt eine spirituelle Sichtweise darzustellen. Schon seit Jahrhunderten hauen sich die Gelehrten ihre Persönlichkeitsdefinitionen gegenseitig um die Ohren.
Hinzu kommt dann noch die staatliche Definition, zumindest in Deutschland gilt ja seit einiger Zeit, dass es gar keine Personen mehr gibt. Aus jeder Person wurde Personal. Statt Personenausweis gibt es nur noch Personal-Ausweise. Alles nur noch Bedienstete (Personal) einer übergroßen Firma ohne offizielle Persönlichkeit.

Was ist Persönlichkeitsentwicklung aus spiritueller Sicht ?

Die Definition ist eigentlich ganz einfach: Desto mehr ein Mensch seine fremd-übernommenen Denkprogramme und Handlungsmuster ablegt, desto mehr wird er zu der Person, die er eigentlich ist. Je mehr er das ablegt, was er von anderen trägt und was er für andere trägt, desto mehr entwickelt sich seine ureigenste Persönlichkeit. Alles, was nicht er selbst ist, all dies verdeckt seine wahre Persönlichkeit.
Persönlichkeitsentwicklung ist darum Bewusstseinsentwicklung, denn wenn wir das Fremde ablegen, dann können wir (und andere) uns selbst erkennen. Und ab diesem Moment sind wir dann aber nicht mehr in der Psychologie, sondern im Spirituellen. Denn, wenn der Mensch alles ablegt, was nicht er selbst ist, also sich all dem fremd-übernommenen entledigt, dann bleibt nur das Göttliche übrig, welches seine wahre Bestimmung ist zu leben.

Manche Persönlichkeitsaspekte entwickeln sich fast von alleine

Nun gibt es einige Bereiche die wir in unserer Gesellschaft nahezu automatisch entwickeln. Das wäre zum Beispiel die Zuverlässigkeit. Die meisten Menschen brauchen an diesem Punkt nicht arbeiten, denn im Zusammenleben mit anderen Menschen machen wir automatisch die Erfahrung dass es uns und anderen besser geht, wenn wir zuverlässig sind. Darum entwickeln wir Zuverlässigkeit meist von alleine, weil wir einfach dafür belohnt werden, beziehungsweise bei Unzuverlässigkeit oft sogar dafür bestraft werden.
Das gleiche gilt auch für die Umgänglichkeit und unser soziales Verhalten.
Auch die emotionale Stabilität vergrößert sich automatisch mit dem Alter, weil wir einfach mehr erlebt haben und uns sozusagen kaum noch was umhaut. Wer älter ist, hat einfach mehr erlebt und wird dadurch gelassener.
Auch das Introvertiert sein nimmt automatisch mit dem Alter zu, weil wir zumindest unbewusst immer mehr erkennen, dass es unsere innere Welt ist, die über unser Glücklichsein und unser Empfinden und unser Befinden entscheidet.
Es gibt aber auch göttliche Eigenschaften, wie zum Beispiel die Offenheit für Erfahrungen, die bei den meisten Menschen im Alter abnehmen. Interessanterweise sind da aber hauptsächlich diejenigen betroffen, die das Gefühl haben ihr eigenes Schicksal nicht in der Hand zu haben. Sie werden im Alter immer weniger aufgeschlossen gegenüber Neuem. Dies zeigen zumindest neuere Studien aus der Psychologie. Daraus ergibt sich dass Persönlichkeitsentwicklung aus spiritueller Sicht ein Erkennen der eigenen Göttlichkeit ist. Desto mehr ein Mensch sich als der Schöpfergott seines Lebens wahrnimmt, desto offener ist er für Neues - und das ist wichtig zu verstehen: Im Grunde ist alles, was uns begegnet immer neu ! Auch wenn wir glauben etwas bereits zu kennen, das ist nur ein Glaube, der uns träge für die Lebendigkeit des jetzigen Momentes macht.
Wer erkennt, dass er/sie alles im Leben, was geschah selbst erschaffen hat, also seine eigene Schöpfergöttlichkeit annimmt, der erkennt damit dass er in allem erfolgreich war, so wie ein Gott in allem erfolgreich ist, was er tut. Wie gesagt, aus spiritueller Sicht geht die Entwicklung einer Persönlichkeit immer in diese Richtung.


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Kommentare

1. Meli schrieb am 24.10.2020:

Lieber Andreas, folgende Frage:
-vielleicht geht es anderen auch so:
Ich mag nicht fotografiert werden, ich finde mich auf fast jedem Foto doof und irgendwie erschöpft aussehend, es heisst ja:unfotogen.
Ich wirke da auch so unsicher.
Wenn ich mich tagsüber im Spiegelbild betrachte, kann ich mich mit mir gut anfreunden.
Wieso sind meine Eindrücke so verschieden?
Gruß von Meli, die sich auf Deine Antwort freut

2. Andreas schrieb am 25.10.2020:

Hallo Meli,
das kannst du lernen. Mach einfach so einen Schnell- oder Grundkurs als Fotomodel mit und du wirst auf jedem Foto gut rüberkommen. Manche können das schon von Natur her, aber lernen kann das jeder !
Menschen die das nicht können, da macht man 10 Fotos und dann ist vielleicht eines oder zwei darunter welche gut sind. Wer allerdings so eine Fotomodelausbildung hat, da sind dann 10 von 10 Fotos gut, wie gesagt das kannst du lernen..

lg von Andreas

3. Meli schrieb am 06.11.2020:

Ja, danke, Andreas,aber warum der Unterschied mit der Wahrnehmung:
Foto und Spiegelbild
Schönes Wochenende für Dich.

4. Andreas schrieb am 06.11.2020:

Hallo Meli,
ja, das kommt von deinen Glaubenssätzen. Wo sind sie entstanden ? Wo wurdest du in unangenehmen Situationen in der Kindheit fotografiert ? So kannst du Ursachen finden und dich dann neu programmieren: Die vielerorts gelehrte Standartmethode ist sich vor den Spiegel zu stellen und sich selber einreden "Ich bin schön, Ich bin fotogen..usw"

lg von Andreas

5. Daniel schrieb am 29.3.2022:

Hallo Andreas,

ich habe eine Frage.

Warum weigert sich in manchen Menschen etwas, etwas zu tun, dass absolut logisch, nachvollziehbar und durchführbar ist.

Der Mensch kann es am Ende trotzdem nicht durchführen, da sich das kleine etwas in einem weigert.

Was ist dieses kleine etwas und an was liegt dass?
Warum weigert sich der eigene "Wille" wenn es rational betrachtet doch gut für einen wäre.

Gruß Daniel

6. Andreas schrieb am 29.3.2022:

Hallo Daniel,
ja, dann gibt es (bewusste oder unbewusste) Glaubenssätze oder innere Anteile die das verhindern. Vielleicht sogar Angstanteile, also innere Ängste die dadurch getriggert und darum aktiv werden und es verhindern, oder es gibt zb noch aus der Kindheit unbewusste Verbote die in einem sitzen oder gar familiäre Glaubenssätze (zb so etwas tut man in unserer Familie nicht), usw, usw. Du siehst du musst das im Einzelfall betrachten was da in dir oder im Anderen wirkt und davon abhält.

lg von Andreas

7. Ele schrieb am 19.5.2022:

Hallo Andreas,
Wenn ich mich ruhige und sehr gefühlvolle Lieder so berühren, dass ich fast weinen könnte... es stört mich nicht, aber da ist ja was dahinter, dass es mich so berührt. Wie kann ich diese Wunde dahinter heilen, dass ich solche Lieder als schön berührend empfinden kann, ohne dabei traurig zu werden? Liebe Grüße

8. Andreas schrieb am 20.5.2022:

Hallo,
ja, das Lied triggert in dem Fall eine Trauer die in dir sitzt. Sie wird durch das Lied aktiv und für dich fühlbar.
Und natürlich gehts für dich darum diese Trauer aufzulösen, das heißt mit ihr, bzw den dahinter liegenden Ereignissen in Frieden zu kommen. Das ist nicht so einfach, weil auch bei der Trauer sind es oft viele Ereignisse die wie Schichten übereinander liegen, oft bis in viele frühere Leben zurückreichend. Und diese Trauer ist uns ja zur Komfortzone geworden, deswegen finden wir diese Lieder ja so schön..

lg von Andreas


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