Mit offenen Fragen leben

Die allermeisten Menschen suchen immer sofort Antworten wenn sie Fragen in sich verspüren. Eine sofortige Antwort kann aber nur dann zu dir kommen wenn diese Antwort bereits in deinem Verstand angekommen ist, wenn sie also bereits in deinem Verstandesfeld ist, wenn sie also sozusagen bereits in deinem Kopf angekommen ist.

Was aber, wenn die Frage nicht so auf die Schnelle vom Verstand beantwortet werden kann, zum Beispiel weil sie auch viel zu komplex ist um vom Verstand überhaupt ganz erfasst und überschaut werden zu können ? Oft sind dies zb Fragen welche die Partnerschaft betreffen oder dein Leben. Wenn es sehr komplexe Zusammenhänge betrifft, dann genügt der Verstand, der ja letztlich nur ein sehr begrenztes Potential hat oft nicht aus. Dann brauchen wir Antworten aus höheren Ebenen - und diese sind naturgemäß weiter entfernt, weil ansonsten wären sie ja nicht aus "höheren" Ebenen als unseren alltäglichen Ebenen in den sich unser Verstand normalerweise bewegt. Naturgemäß wird es dann also immer etwas dauern bis die Antwort auf unsere Frage zu uns kommt. Das kann eine Sekunde sein, ein Tag, eine Woche oder gar Monate sein, bis wir plötzlich die Antwort in uns haben, also egal wie lange, aber es dauert eben immer seine Zeit. Und so entsteht also eine Zeitdauer in der die Frage erst einmal offen ist. Sie kann wie gesagt ganz kurz sein oder aber auch sehr lange andauern, und die entscheidende Frage an dich ist aber nun ob und wie gut du mit einer solchen Phase umgehen kannst wenn diese Frage also noch offen ist ?

Wer das nicht aushalten kann mit der Spannung einer offenen Frage zu leben, der wird meist seinen Verstand zwingen ihm eine Antwort zu liefern, und ja, der Verstand wird dies auch tun, an irgendetwas kann der Verstand sich immer festbeißen, aber die Qualität dieser Antwort wird nicht gut sein, ja, es wird dann oftmals sogar zu Fehlentscheidungen kommen.

Wie kann der Mensch dies verhindern ?

Dazu muss man die Grundspannung, die Grundenergie betrachten die sich bei einer offenen Frage bildet. Und zwar ist dies der Spannungspol zwischen einerseits der Angst keine Antwort zu finden, keine Antwort zu bekommen und also den sich daraus ergebenden Unsicherheitsgefühlen. Der Gegenpol hierfür ist das Vertrauen, also darin zu vertrauen dass eine Antwort kommen wird, vertrauen dass sie rechtzeitig kommt und vertrauen dass sie gut sein wird.
Mit einer offenen Frage zu leben aktiviert im Mensch also die Polarität zwischen Angst und Vertrauen. Im Prinzip wird jedesmal getestet:
Wie voll ist dein Angstfass ?
Wie voll ist dein Vertrauensfass ?
Welches überwiegt, welches wiegt in deinem Leben schwerer ?

Was tun wenn man also Probleme mit solchen Phasen im Leben hat wo offene Fragen vorherrschen ?

Ganz praktisch betrachtet brauchst du letztlich nur innerlich zur Ruhe kommen und dein Vertrauensfass in dir aufzufüllen. Das Vertrauen in dir zu entwickeln und zu stärken dass eine Antwort kommen wird, dass sich dir die Lösung offenbaren wird, also kurzerhand ins Vertrauen gehen (entsprechend dem Schritt 10 der Wunscherfüllungsregeln, weil in dem Fall besteht ja dein Wunsch darin eine Antwort zu erhalten). Wenn genügend Vertrauen da ist, dann wird sich Angst immer von ganz alleine auflösen, weil Angst kann nicht gleichzeitig mit Vertrauen existieren. So wie das Tageslicht die Nacht immer auflöst, so löst auch die Energie des Vertrauens die Angst immer auf.

Besonders in Zeiten großer Veränderungen können wir oftmals nicht mehr alleine vom Verstand gute Antworten erwarten und so müssen wir uns auf solche Phasen offener Fragen einlassen um ganzheitlich gute Entscheidungen treffen zu können.


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Kommentare

1. Stern schrieb am 02.4.2024:

Danke für deine herzens arbeit, die mir jedesmal enorm viel neues beibringt, erklärt und erschafft🙏🤍

2. Michaela schrieb am 17.11.2024:

Hallo Andreas,
Wie verhält es sich, wenn mein Partner solche einfach nicht auflösende Probleme mit seiner Familie hat. Das belastet mich sehr. Kann ich hier mit meiner Energie dieses "Problem " lösen? Ich versuche oft Licht zu schenken und Energie im Kopf für sie zu spenden. Ist das eine Art der Heilung? Oder hast du für mich eine bessere Art des voranbringens dass hier mal Ruhe einkehrt?
Das Problem was ich sehe, ist dass der Rest seiner Familie einfach nicht so weit denkt, bzw. Nicht auf diese Ebene kommt, auf der mein Partner ist. Sie sind zu oberflächlich und wollen lieber ihre Ruhe ehe sie die Konflikte lösen wollen. Das ist meines Erachtens denen aber gar nicht bewusst.
Vielleicht hast du ja eine Idee. Wie ich helfen kann. Ich würde mich sehr freuen. Dankeschön.

3. Andreas schrieb am 17.11.2024:

Hallo Michaela,
Da ist vermutlich für dich die Lernaufgabe enthalten dir nicht die Probleme anderer anzuziehen oder dich gar einzumischen. Sondern stattdessen zu lernen und zu üben in dir, in deiner Mitte, in deinem Frieden zu ruhen.
Es ist ja schon schlimm genug dass dein Partner sich in diese Probleme reinziehen lässt. Und so kannst du ihm also durch dein Vorbild, dich rauszunehmen ihn lehren wie und dass man das tun kann. (Also nicht indem du ihn das verbal lehrst, sondern indem du es energetisch praktizierst und also energetisch ihm vormachst.)

Die einfachste Art als Außenstehender einen Krieg zu beenden ist es einfach keine Waffen, also keine Energie mehr zu liefern..

lg von Andreas

4. Michaela schrieb am 18.11.2024:

Lieber Andreas, vielen Dank für deine Worte. Genau dass würde ich so gern können. Aber ich komme da nicht zur Ruhe, da mir diese Oberflächlichkeit so auf den Keks geht.
Dann möchte mein Partner mir auch oft seine Sorgen mitteilen.
Schweigt man dann einfach? Ich weiß dass man , wenn man richtig gut ist, es nicht bewerten soll, aber ich mach das immer wieder. Weil ich es so dämlich finde.
Ja naja ich weiß dass es nicht richtig ist.
Aber wie komme ich da zur inneren Ruhe. Einfach nur ruhig da sitzen, ohne Worte????
Es muss wirklich meine lernaufgabe sein, da ich gar nicht weiß wie man sich dann verhalten muss. Oh man. Kannst du mir vielleicht noch ein paar Tipps geben? Ich wäre sehr dankbar.

Liebe Grüße

5. Andreas schrieb am 18.11.2024:

Hallo Michaela,
ja, das NichtBewerten ist eine Voraussetzung, weil durch eine Bewertung hast du dich ja dann bereits eingemischt und also dich selbst zum Gefangenen des Themas gemacht.
Einfach nur ruhig da sitzen, ohne Worte????
Durch ein Nicht-Bewerten kommt man ziemlich automatisch dazu dass man die Dinge dann aus einer höheren Sichtweise betrachten kann. Und ob du dann aus dieser höheren Sicht der Dinge dazu etwas sagst oder ruhig bleibst, das ist ja deine Wahl. Und wenn du aber bereits das Dämliche daran erkennst kannst du dich ja darüber freuen und also lachen. Das lauthals darüber Lachen wäre dann die natürliche Reaktion. (Das macht zb Sadhguru genauso wenn die Leute ihm irgend irgendwelche Probleme aus ihrem Leben erzählen, das kannst du in unzähligen seiner Videos auf Youtube sehen..)

lg von Andreas

6. Stefan K. schrieb am 19.11.2025:

Trifft den Nagel auf den Kopf.
Habe vor Kurzem einen Brief von Rechtsanwalt erhalten. Unterlassungserklärung & Strafe zahlen ODER vor Gericht.

Mein Fall hat keine guten Karten und werde deshalb Strafe verhandeln.
Außergerichtliche Einigung.

OFFENE FRAGE:
In einem Rechtsfall kommen soooo viele offene Fragen auf, die über lange Zeit oft keine Antwort finden und das mich/den Betroffenen oft aus dem inneren Frieden/Zentrum bringt.

Wirklich interessant zu beobachten wer im Endeffekt in der inneren Ruhe bleiben kann, gewinnt.

Super faszinierend.

Danke für all deine Weisheit Andreas - deine Resourcen bringen mich immer zurück in meine Mitte.

7. Leyla schrieb am 02.5.2026:

Hallo Andreas ,
İch habe Ängste und Vertrauensverlust .İch vertraue keinem mehr und Versuche alles besser zu wissen oder zu machen .
Jetzt habe ich mein Traumjob verloren ,auf das ich gewartet hatte.
Da ich auf eine Bestimmte Unterstützung nicht vertraut habe und mir nicht erlaubt habe Hilfe zuholen,geriet ich in Angststarre und innerer Unruhe ,also das Gegenteil von innerer Ruhe.
Das führte zu Fehlern und Erschöpfung.
İch wurde in der Probezeit gekündigt .
Das kann ich mir einfach nicht verzeihen und suche nach Antworten ,warum ich nicht fähig war richtig zu handeln.İch suche nach Signalen ,die ich übersehen habe.
Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert .İch bin dann in einem Tunnelblick und sehe rechts und links nicht.
Wieso ist es so?
Wie kann ich das ändern?
Wie komme ich aus dieser Trauer raus?
Vielen Dank für deine Unterstützung
VG Leyla

8. Andreas schrieb am 03.5.2026:

Hallo Leyla,
So ein Tunnelblick ist ein typisches Indiz für Angst und Trauma welches gerade aktiv ist. Und dass du viel zu sehr unter der Wirkung von Ängsten stehst, das ist dir ja aber auch bereits bewusst:
İch habe Ängste und Vertrauensverlust
Das heißt, du hast hier sehr direkt die Botschaft dass es für dich um Auflösung von Ängsten, Angstprogrammen, Glaubenssätze die aus Ängsten geboren sind usw, geht.
Und ja, das bedeutet reale Arbeit an deinem eigenen Geist.
Das kann ich mir einfach nicht verzeihen..
Auch das ist ja nur ein Glaubenssatz, aber wenn du es glaubst du könntest es nicht, dann kannst du es natürlich auch nicht.
Und wieviele andere ähnlich schwächende Glaubenssätze hast du sonst noch in dir stecken ?
Welche Glaubenssätze haben dazu geführt dass du die Probezeit nicht überstanden hast ?

Da gibts sicherlich so einiges an dem du zu arbeiten hast um erfolgreicher statt angstgetrieben im Leben zu sein !

lg von Andreas

9. Leyla schrieb am 03.5.2026:

Hallo Andreas.
Danke für die schnelle Antwort.Die Angststörung ist in unserer Familie verbreitet ,leider.
İch weiss nur nicht, wie ich an diesen Ängsten arbeiten soll?
Wie identifiziere und benenne ich die Ängste?
Fehlende Anerkennung,fehlende Resonanz und über Jahrzehnte alleine für alles verantwortlich zusein ,hat mich einsam in meiner Notlage gemacht .
So etwas ist mir schon Mal passiert ,Jahre lang habe ich mir was gewünscht, dann wurde es wahr und ich habe es kaputt gemacht .
Danach folgte tiefe Trauer und Schuldgefühle.
Ja,das war ein Trauma.
İch übe gerade Vergebungs arbeit.
Lg Leyla

10. Andreas schrieb am 03.5.2026:

Hallo Leyla,
Jahre lang habe ich mir was gewünscht, dann wurde es wahr und ich habe es kaputt gemacht
Da gilt es natürlich erstens herauszufinden warum du dies getan hast um dann zweitens diese Ursache aufzulösen.
Und dann aber in der Tat dir auch dafür zu vergeben (woran du ja demnach zur Zeit übst).

Grundsätzlich sind Ängste natürlich extreme Erfolgskiller, das weiß ja sogar der Mainstream dass die Welt den Mutigen gehört und nicht den Ängstlichen.

wie ich an diesen Ängsten arbeiten soll?
Es gibt viele Möglichkeiten und so kannst du dir die für dich Passenden aussuchen.

lg von Andreas


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