Vaterliebe und Mutterliebe

Die Liebe zwischen den Kindern und den Eltern ist ein wichtiges Thema, weil hier die ersten und oft auch tiefgreifendsten Projektionen im Leben eines Menschen entstehen. Als kleines Kind ist man immer auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Ein Baby erkennt sehr schnell, dass es ihm um so besser geht, desto mehr es von den Eltern geliebt wird. So entsteht in ihm recht schnell das Muster, dass Handlungen und Gedanken, die diese Liebe stören, unterlassen werden. Diesem Gedankenmuster wird eine hohe Priorität zugeordnet. Es bewirkt unter anderem, dass, wann immer das Kind beispielsweise Grund hat, auf einen oder beide Elternteile wütend zu sein, sofort im Unterbewusstsein ein Programm anspringt, welches versucht diese Wut umzuleiten, damit die Liebe zwischen Eltern und Kind nicht belastet wird. So entsteht erstmals Projektion, das Kind kann weiterhin seine Eltern als liebe Menschen sehen, und die, fürs Wohl des Babys so wichtige Beziehung zu den Eltern bleibt gefestigt. Jemand oder etwas anderes wird an Stelle der Eltern für schuldig erklärt.

Dadurch entsteht im Lauf der Jahre ein verklärtes inneres Bild von den Eltern. Die eigenen Eltern sind die besten Eltern auf der Welt, die eigene Familie ist die Beste, das eigene Volk ist besser als alle anderen - all diese Sichtweisen entstammen solchen kindlichen Schutzprojektionen. Das Gute wird auf die eigenen Eltern/Familie/Volk projiziert, das Böse auf die Anderen. Solches Denken kann bis hin zu Kriegen führen. Wo immer Glaubenskriege geführt werden liegt der Ursprung in dem oben gezeigten Projektionsmuster aus frühkindlicher Prägung, selbst das Denken der Nazis im dritten Reich ging darauf zurück.

Warum führt dieses Denken zwangsweise zu Enttäuschung ?

Ganz einfach - weil es nicht der Realität entspricht. Es ist eine Selbstbelügung. Stellen Sie sich tausend Menschen vor, von denen jeder glaubt, seine Eltern seien die besten Eltern der Welt. Es kann nur bei einem stimmen, die anderen 999 unterliegen einem völlig falschen Glauben. Sie sehen die Welt nicht so, wie sie ist.

Und früher oder später werden Ereignisse eintreten, welche den Menschen zurückschleudern in die Realität. Das heißt, der Mensch erlebt eine Ent-Täuschung. (Da es sich ja auch um ein Ego-Programm, also ein einschränkendes Muster handelt, wird die Seele immer versuchen einen Weg heraus zu finden, also eine ENT-Täuschung herbeiführen.)

Pubertät

Im Idealfall erlebt das Kind diese Ent-Täuschungsphase mit dem Einsetzen der Pubertät. Hier ist der optimale Zeitpunkt, um dieses kleinkindliche Denkmuster loszulassen. Dies kann bewusst mittels einem Cutting geschehen. Natürlich geschieht dies auch oft unbewusst. Dieser Schutzglaube, die eigenen Eltern seien die Besten / Liebsten / Stärksten und Tollsten ist ja auch ganz tief sitzend. Wie schon oben erwähnt, dies ist eine der grundlegendsten Programmierungen, denen ein Baby sich unterzieht. Entsprechend wichtig ist der Ausstieg aus diesem Muster.

Gelingt es dem Kind in der Pubertät aus diesen alten Mustern rauszuschlüpfen, so hat dies natürlich Folgen. Seine Sichtweise der Eltern ist plötzlich eine völlig andere, und die alten Handlungsmuster, das Lieb-Kind spielen, werden abgestreift. Dies ist der Grund, warum den Eltern ihre Kinder in der Pubertät oftmals plötzlich als bockig oder aufmüpfig erscheinen. Das Kind ist aus dem Babymuster, die Eltern aus Eigennutz zu lieben, ausgestiegen. Es ist nun erwachsen, es kommt nun in die Phase, wo es frei entscheiden kann, ob und wie viel Liebe es seinen Eltern entgegenbringt. Wenn dem Kind der Ausstieg aus dem Muster gelingt, ist es frei davon, und droht dann auch als Erwachsener nicht mehr in ähnliche Muster einzuklinken.

Nur wem der Ausstieg aus diesem frühkindlichen Muster gelungen ist, kann als freier erwachsener Mensch gelten. Nur dann kann er/sie frei entscheiden, wen er/sie liebt und wen nicht. Alle anderen bleiben gefangen, meist in Prüfungen mit denen sie ihr Erwachsensein künstlich beweisen wollen (unbewusst). Dies wird dann bis in die Traumebene hinein sichtbar, in Form von Prüfungsträumen. Beispiele für Erwachsene, die selbst in hohem Alter noch in solchen Mustern drin hängen gibt es zuhauf. Man denke nur an all die vielen Universitätsprofessoren, die sich wie kleine Kinder an die Aussagen anderer Professoren klammern, die hier symbolisch die Vaterrolle übernehmen. Andere unabhängige (freie, erwachsene) Wissenschaftler werden von ihnen ignoriert und als nicht zugehörig zu ihrem elitären Kreis betrachtet (genau so wie ein kleines Kind nur in den eigenen Eltern die Allerbesten sieht). An deutschen Universitäten gibt es zuhauf Professoren, die ihre Pubertät noch nicht erfolgreich hinter sich gebracht haben. Dies nur so als lehrreiches, für alle sichtbares, Beispiel, wie sich das auswirken kann.


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Kommentare

1. Sandkorn schrieb am 15.10.2012:

Hallo Andreas,
was ist, wenn man die eigenen Eltern (oder einen Teil) als Erwachsener zu negativ betrachtet? Danke für deine Antwort.

2. Andreas schrieb am 15.10.2012:

Hallo,
ja - dann ist das Cutting noch nicht vollständig gelungen. Man sieht es daran, dass man noch immer die Eltern bewertet (egal, ob positiv oder negativ). Erst wenn wir die Eltern so sein lassen können, wie sie sind, ist das Cutting endgültig durch. Erst dann kann der Mensch denken "ICH BIN ICH", ohne sich davon abhängig zu fühlen, dass seine Eltern besonders gut oder besonders schlecht waren. Solange er noch eine Wertung seiner Eltern in sich trägt, macht er seine ICH BIN ICH - Kraft noch von seinen Eltern abhängig, ist also noch nicht frei. In solchen schwierigen Fällen teilt man das Cutting dann in verschiedene Themen auf.
Das kann auch nach einem normalen Cutting passieren, dass man Jahre später nochmal was problematisches findet, von dem man sich dann nochmal extra abschneidet. Das sind oft zum Beispiel übernommene Glaubensmuster von einem Elternteil. Zu diesem Thema macht man dann einfach eine extra Arbeit.
Wenn diese dann gelungen ist, kommen wir auch im nächsten Leben nicht mehr in Resonannz zu Eltern mit dem Thema, das heißt wir sind dann frei, andere Aspekte unseres Selbst weiterzuentwickeln.


Grüße von Andreas

3. Marie schrieb am 24.12.2019:

Hallo, kannst du etwas dazu sagen, wenn man als Partner immer wieder Muttersöhnchen anzieht ? Was ist mein eigener Anteil ? Alle meine Exfreunde und mein jetziger Partner haben gemeinsam, dass sie ihre Mutter in den Himmel loben, ich als Außenstehende sehe in den Familien viele fragwürdige Muster und Verbindungen, die sie selber aber nicht wahrhaben wollen bzw. es nicht sehen .. nach außen und im Beruf selbständig und selbstbewusst und zuhause das Gegenteil, ich finde es soo unattraktiv wenn jemand seine Wäsche nicht selber waschen kann und sich immer noch gerne von seiner Mutter betüddeln lässt- und das von mir als Partnerin auch erwartet, wogegen ich mich sperre was mir aber wegen schlechtem Gewissen teilweise auch schwer fällt. Ich selbst wurde als Kind schon sehr früh in den Haushalt eingebunden, musste immer mithelfen, wurde früh in die Erwachsenenrolle gedrängt. Ich bin auch immer noch dabei mich von meinen Eltern abzulösen, wie du oben schreibst dieses wertungsfreie, da bin ich noch nicht. Und seine Eltern bewerte ich ja auch .. was kann ich da denn machen dass mich das nicht stört, dieses bemuttert werden wollen und das auch einzufordern und zu bekommen ?! Das gab es bei mir zuhause nicht - vielleicht bin ich auch neidisch darauf ?! Irgendwie kommt mir das aber auch sehr komisch vor
Danke schon mal & liebe Grüße!!

4. Andreas schrieb am 24.12.2019:

Hallo Marie,

Zitat:

bin auch immer noch dabei mich von meinen Eltern abzulösen


das kann schon sein, dass es dir da etwas spiegelt wo du noch selber nicht ganz abgelöst bist - zb noch irgendwelche übernommene Glaubensmuster in dir hast.

Es kann aber auch etwas anderes ein, was da bei dir angetriggert wird. Hast du zb vielleicht einen Bruder, der mal von deiner Mutter bevorzugt behandelt wurde, und du damit noch immer im Unfrieden bist ?

Oder gibt es Muster in dir die es dir verbieten einen Mann ganz für dich zu besitzen ? (Das Muttersöhnchen gehört ja zu einem großen Teil noch der Mutter, und damit nicht dir..)

Oder sind es (evt verdrängte) Ängste vor Männern die das bewirken ? (Weil vor Muttersöhnchenmännern braucht frau nicht so viel Angst haben, weil denen kann ja immer noch die eigene Mutter die Leviten lesen, wenn es mal sein muss..)

Den Muttersöhnchenmann kann man auch leichter wieder loswerden, weil man braucht ihn ja nur der Mutter zurück geben.

Oder hast du generell ein Muster in dir Männer mit einer anderen Frau zu teilen ? (weil das ist ja bei einem Muttersöhnchenmann energetisch wirklich so, dass da zwei Frauen sind, die glauben an ihm Rechte zu haben..)

lg von Andreas

5. Danke ! schrieb am 05.1.2020:

Vielen Dank Andreas ! Deine Sätze sind so hilfreich, mehr als die der allermeisten Therapeuten! Vielen vielen vielen Dank für deine Hilfe, das tut mir total gut! Ganz liebe Grüße,
Marie

6. Gitte schrieb am 20.2.2020:

Hallo Andreas,

was bedeutet es, wenn man einen Partner angezogen hat, der seine Eltern - insbesondere seine Mutter - über alles liebt, mehr als seine eigene Frau? Was sind dabei meine eigenen Anteile?

Ich bin bei meiner Mutter ohne meinen Vater aufgewachsen; war jahrelang ihre beste und einzigste Freundin. Meinen Eltern kamen nicht miteinander klar. Deshalb durfte ich nach der Trennung meinen Vater nicht mehr sehen. Mein Vater wünschte sich eine Beziehung zu mir sehnlichst, schickte Briefe und Pakete, die meine Mutter alle sofort ungeöffnet zurückgehen ließ. Auch ich habe mich seit meinen jüngsten Jahren nach (m)einem Vater verzehrt, der seine Tochter bedingungslos liebt und sie liebevoll durch das Lebens begleitet.

Als ich 20 war, meldete sich mein Vater dann schließlich bei mir persönlich auf meiner Ausbildungsstätte. Ich entschloss mich, der Beziehung eine Chance zu geben, verheimlichte sie aber vor meiner Mutter, weil meine Mutter nach all den Jahren noch immer so eine große Abneigung gegen meinen Vater hatte. Sollten meine Kinder einmal in ihrer Unbeschwertheit etwas von Opa ausplaudern, dann solle dies halt so sein (-;

Mein Vater durfte noch 15 Jahre in meinem Leben sein. Er war seit unserer Wiedervereinigung mit 20 sehr, sehr krank und musste die letzten Jahre gepflegt werden. Seine immer schlimmer werdende Krankheit setzte mir sehr zu. Es war schmerzhaft, dies mit anzusehen. Selbst jetzt, nach all den verlorenen Jahren des Verzichts, konnten wir unsere Vater-Tochter-Beziehung nicht in vollen Zügen genießen! Nach einigen Jahren meinte mein Vater einmal zu mir, er fände, dass unsere Vater-Tochter-Beziehung noch immer nicht so unbeschwert und selbstverständlich sei, wir wir es uns beide immer gewünscht hatten. Uns fehlte das Urvertrauen!

Als ich meinen Mann traf, verliebte ich mich sofort in seine kindliche Frechheit und Unbeschwertheit. Das war der total Gegensatz zu meiner Ernsthaftigkeit, Verklemmtheit und Vorsicht! Er wiederum war davon total begeistert, weil ich keins der "leichten Mädchen“ für nur eine Nacht zu sein schien. Auch fand ich es super, dass er aus einer so großen Familie kam, welche ich mir immer erträumt hatte. Mein Vater und mein Mann verstanden sich immer blendend. Das Verhältnis zwischen meiner Mutter und meinem Mann war gespannt.

Mein Mann ist schon immer viel beruflich unterwegs gewesen und fällt jeden Abend, wenn er nach Hause kommt, sofort tot ins Bett. In den letzten 5 Jahren hat er für uns höchstens sechs Tage im Jahr aktiv Zeit gehabt. Die restlichen Tage arbeitet er oder fährt seine Eltern besuchen. Selbst da bastelt er am Haus und im Garten herum. Einfach einmal zur Ruhe kommen, alle zusammen frühstücken, etwas unternehmen oder gemeinsam kuscheln klappt nicht. Alles Reden und Bitten meinerseits, daran etwas zu verbessern, brachte keine Änderung. Mein Mann sagt, er müsse in seinem Job als VIP Chauffeur ständig von morgens bis spät abends arbeiten und abrufbereit sein, weil dies von ihm so erwartet werde. Er habe keine andere Wahl, wenn er seinen Job behalten möchte. Da mein Mann nicht bereit ist, auch einmal kleinere Aufträge anzunehmen, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, hat unsere Beziehung in den letzten Jahren sehr gelitten. Ich habe gekämpft, gestritten, geweint - ohne Erfolg. Ich möchte dazu bemerken, dass wir keine Geldsorgen haben. Letztendlich toleriere ich seine ständige Abwesenheit missmutig und lenke mich ab. Sein Verhalten löst bei mir aber dieselben Gefühle der Ohnmacht und Einsamkeit aus, die ich aus meiner Kindheit nur allzu gut kenne! Vor allem, weil dies ein Dauerzustand ist, mit dem ich mich in meiner Partnerschaft nicht arrangieren kann, so sehr ich auch meine Freiheit, meine Freunde und Hobbies genieße!

Wenn ich mit meinem Mann darüber sprechen möchte, blockt er jedesmal ab; er sei nach seinem langen Tag zu müde für ein Gespräch. Da muss ich manchmal mehrere Monate lang warten und ihn immer wieder erinnern. Ich denke, er findet mein ständiges Suchen nach Nähe und intimen Gesprächen total nervig. Zu sehr liebt er seine Unabhängigkeit, währenddessen ich mit unseren drei pubertierenden Teenagers daheim sitze. Das ist meines Erachtens nicht fair!

Als mein Vater verstarb und mir ein kleines Vermögen hinterließ, hatte mein Mann große Hoffnung, dass sich unser Leben jetzt ändern würde. Er wollte eventuell unser Haus kaufen oder ein Geschäft eröffnen, um es zu etwas zu bringen und nicht mehr so hart arbeiten zu müssen. Mein Mann investierte mein Erbe und verlor 3/4. Das letzte Viertel legte ich dann schließlich auf mein Konto, womit mein Mann nicht einverstanden war und sich von mir zurückzog.

Irgendwie triggern wir uns in unserer Ehe ständig gegenseitig an unseren Wundpunkten. Dadurch bin ich zwar um einige Erfahrungen schlauer geworden und daran gewachsen, aber unser Wachstum findet nie gemeinsam statt, und wir unterstützen uns dabei auch nicht. Ist das alles normal? Ich zweifele inzwischen schon an meiner eigenen geistige Gesundheit.

Beziehungen sind ja schließlich nur EIN einziger Anteil unseres Lebens. Ich verstehe überhaupt nicht, warum ich mich so extrem nach der Beziehung zu meinem Mann sehne, selbst wenn ich ganz genau weiß, dass er die nächsten zwei Monate arbeitsbedingt keine Zeit für uns haben wird. Ich verzehre mich förmlich danach, etwas Gemeinsames zu unternehmen oder dass er einmal etwas mit den Kindern macht. Dies immer wieder nicht zu können macht mich förmlich verrückt!!!

Was meinst Du dazu, Andreas?

Lg,
Gitte

7. Andreas schrieb am 21.2.2020:

Hallo Gitte,
ja, wenn ein Mensch nicht an sich arbeitet und sich nicht aus den Programmen der Eltern befreit dann landet er irgendwann automatisch in genau den gleichen Programmen, weil als Kind saugt man das ja auf. Deine Mutter hat dich ohne Vater aufgezogen und du hast nun fast das gleiche Programm, auch dein Mann ist nur selten daheim. Das klingt sehr nach einem ähnlichen Programm. Deswegen muss man immer ein Cutting von den Eltern machen, weil ohne hat man gar keine Chance aus deren Programmen auszusteigen. Zusätzlich wäre vielleicht für dich eine Familienaufstellung gut, und übernehmen Verantwortung für dein Leben, weil das siehst du ja am Beispiel was mit dem Erbe vom Vater geschehen ist, du hast es nur zu 25% angenommen..

lg von Andreas

8. Blümchen schrieb am 21.6.2021:

Hallo Andreas,

Was rätst Du mir, wenn sich mein Mann nach einem Streit mit unserem 19-jährigem Sohn weigert, daß dieser in den Semesterferien von der Uni heimkommt und mit uns zusammen einen Monat lang im Haus wohnt?

Grund für den Streit war, daß unser erwachsener Sohn dem stetigen Drängen meines Mannes nach Aufmerksamkeit nicht nachgekommen ist und ihn angeblich schief angesehen hätte, was mein Mann als respektlos empfand und unserem Sohn daraufhin in seiner Wut mehrfach eine gehauen, ihn angespuckt und mit einem Teller nach ihm geworfen hat. Nun herrscht zwischen den beiden seit März Schweigen. Mit unserem 18-jährigem spricht mein Mann ebenfalls kein Wort mehr, seitdem dieser geäußert hat, daß er es kaum noch abwarten könne, auch bald auszuziehen.

Mein Mann erwartet, daß sich beide Jungs unaufgefordert bei ihm entschuldigen und ihm auf die Stirn küssen (= Zeichen von Respekt). Beide Jungs sagen, sie haben die Nase voll, in ihrem Alter immer wieder klein beigeben ZU MÜSSEN, um Papa zufrieden zu stellen. Machen sie dies allerdings nicht, kommen sie hier nicht mehr rein. Mein Mann bleibt da knallhart! Er meint, wenn sich Kinder nach der Volljährigkeit nicht mehr ihren Eltern fügen, dann seien Sie daheim auch nicht mehr willkommen. So hat mein Mann es zuhause kennengelernt, und so sei es alleinig richtig. Und sollte ich diesem nicht zustimmen, könne ich ebenfalls aus "seinem“ Haus ausziehen.

Unsere Kinder sind gute, liebenswerte Menschen mit Fokus auf ihren Freundeskreis, Hobbys, Spaß usw wie halt viele andere junge Leute im selben Alter - alles, womit sich mein Mann unglaublich schwertut. Für ihn zählen nur eisener Respekt gegenüber den Eltern, harte Arbeit und Geldverdienen. Wenn sich jedoch unser Ältester nicht den Regeln seines Vaters unterwirft, kommt es daheim jedesmal zu riesigen Spannungen und Aggressionen, die meistens darin enden, daß mein Mann seine Fassung verliert und zuhaut.

Laut meines Mannes solle sich unser Sohn nun für die Semesterferien eine Ersatzunterkunft suchen und diese auch alleine von seinem BAföG/mit einem Job finanzieren (als wenn das in 2 Wochen vor den Semesterferien so einfach möglich wäre... das weiß mein Mann auch). Wie er den Umzug bewältige, sei ihm egal. Solange die Jungs nicht von sich aus wieder Kontakt suchen, ihn unaufgefordert auf die Stirn küssen und damit symbolisieren, daß sie Papa "respektieren“, seien sie nach der Volljährigkeit nicht mehr seine Verantwortung, und er wünsche auch keinerlei Kontakt mehr.

Als Mutter tut mir das grobe Verhalten meines Mannes in der Seele weh, und ich möchte dies keinesfalls unterstützen oder gar tolerieren! Ich bin gegen eine totalitäre Erziehung. Wie entschärfe ich diese festgefahrene Situation rechtzeitig, wenn keine der Parteien den ersten Schritt machen möchte? Manipuliert mein Mann unsere erwachsenen Kinder oder ist er mit "mein Haus, meine Regeln“ und "immer Respekt gegenüber den Eltern zeigen“ im Recht? Die Zeit und Wohnsituation unseres Ältesten drängen. Bin mit meiner Weisheit total am Ende!

Lg,
Blümchen

9. Andreas schrieb am 21.6.2021:

Hallo,
ja, das hört sich an, als wäre es ein verzweifelter Versuch des Vaters sich von seinen Söhnen zu trennen, weil deren Ablösung durch die Pubertät nicht geglückt ist. Darum gehe ich mal davon aus dass weder der Vater noch die Söhne zb ein solches Cutting gemacht haben (?) Das führt dann immer zu allerhand Problemen weil Kind und Eltern energetisch noch immer so stark verbunden sind wie vor der Pubertät, was aber eben fürs Erwachsenenleben nicht mehr passt. Dann kreieren die Seelen der Beteiligten solche Trennungsstreitigkeiten.

lg von Andreas

10. Blümchen schrieb am 23.6.2021:

Hallo Andreas,

das hört sich an, als wäre es ein verzweifelter Versuch des Vaters sich von seinen Söhnen zu trennen, weil deren Ablösung durch die Pubertät nicht geglückt ist. Dann kreieren die Seelen der Beteiligten solche Trennungsstreitigkeiten.

Wenn also die Seelen der Beteiligten diese Trennungsstreitigkeiten kreiert haben, damit die Ablösung nun endlich gelingen kann, dann kämpft mein Mann aber ganz schön verzweifelt gegen seine eigene Seele an... während unsere Jungs weiterhin auf Distanz gehen und ihre neue Freiheit genießen (-;

Darum gehe ich mal davon aus dass weder der Vater noch die Söhne zb ein solches Cutting gemacht haben (?)

Mein Mann würde ein solches Cutting von seinen Kindern nie freiwillig durchführen! Er droht mit permanenten Kontaktabbruch, wenn unsere Söhne nicht wieder in die alten gewohnten Muster zurückfallen. Mit 47 Jahren hängt mein Mann leider selbst noch, zusammen mit seinen Geschwistern, in starken Abgängigkeitsprogrammen von seinen Eltern drin. Das möchte nur keiner von ihnen wahrhaben, und mein Mann empfindet es als "total normal“ und "seine Pflicht“.

Wie unterstütze ich die Ablösungsversuche meiner Söhne gegen die Drohungen ihres Vaters am besten? Und wo läßt mich das als Ehefrau und Mutter, wenn beide Rollen nicht länger miteinander vereinbar sind und sich mein Mann weigert, seine Perspektive langfristig zu ändern? Ich möchte gerne weiterhin ein entspanntes Verhältnis zu unseren Söhnen pflegen, befürchte jedoch, daß mein Mann aus purer Verzweiflung den Kontakt zu unseren Kindern tatsächlich permanent abbrechen wird, so daß dann beide Jungs finanziell und wohntechnisch komplett auf sich alleine gestellt sind. Mein Mann bleibt in diesem Punkt stur, weil er sich ja selbst nie von seinen Eltern gelöst hat, und es deshalb auch bei seinen Kindern nicht akzeptieren kann.

Lg,
Blümchen

11. Andreas schrieb am 24.6.2021:

Hallo,
ja, wenn die Söhne ein Problem mit der Situation haben, dann können sie ein solches Cutting machen um energetisch frei zu werden. Und ja, natürlich kannst auch du ein Cutting von den Söhnen machen. Wenn die Söhne nicht mehr zu euch kommen dann hast du ja auch einen Vorteil davon, nämlich dann kannst du dich um dich selber, also um deine eigene Weiterentwicklung kümmern: Wenn dein Mann noch zu einem Teil seinen Eltern gehört, dann hast du ja auch nur einen Teil von ihm - warum begnügst du dich mit einem halben Mann ?? Fühlst du dich etwa nicht wert mehr vom Leben zu erwarten ?

lg von Andreas

12. Blümchen schrieb am 25.6.2021:

Hallo Andreas,

Unsere Söhne haben kein Problem mit der Situation. Ist jetzt halt nur wohntechnisch etwas blöde für sie. Ich habe bereits ein Cutting von meinen Söhnen gemacht; da scheint alles gut zwischen uns. Warum ich mich nur mit einem halben Mann begnüge? Wahrscheinlich, weil ich lange Zeit selber nur eine halbe Frau gewesen bin... bis ich ein Cutting von meinem Mann und meiner Mutter gemacht habe. Wenn man so etwas endlich erkennt, dann möchte man dies unbedingt bei seinen eigenen Kindern anders machen.

Deine Webseite ist wirklich toll, Andreas, und ich schätze Deine Denkanstöße und Deine Expertise sehr! Immer etwas Neues zu lernen, wenn man einmal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht (-:

Lg,
Blümchen

13. Paul schrieb am 30.6.2021:

Hallo Andreas,
ich gehe nun fast auf die 30 zu und habe immernoch mit meiner Kindheit zu hadern. (Ich verdränge natürlich das meiste am Tag um zu funktionieren auf der Arbeit usw)
Zuerst: mit Anfang 20 hab ich erfahren das mein Vater nicht leiblich ist und mein echter Vater halt verstorben sei. (Ich denke das ist eine wichtige Randnotiz)

Ich erwische mich dabei wie plötzlich gedanken auftauchen ala "Wie kann man als Mutter so scheisse sein?" oder "Wieso hab ich keine guten Vorbilder?"
Denn, ich musste immer als Sündenbock herhalten, wenn meine jüngeren Geschwister scheisse gebaut haben.
Und habe generell 0% Liebe von meiner Mutter bekommen, ausser wenn sie mal betrunken oder auf Extasy war.
Mein Vater dagegen (nicht leiblich) hat mich immer Angeschrien, wenn er sich i-wo getriggert gefühl hat, manchmal auch für nichtigkeiten.

Meine Eltern sagten immer "och joa... der Paul ist so intelligent und vernünftig, der macht das schon..."
Auch witzig, meine Eltern und/oder andere bauen scheisse und trozdem musste ICH imemr klein bei geben und kleine brötchen backen und auf sie zugehen.

Oder anderes bsp... der größte assi bei mir aus der schulklasse hatte eine liebevolle mutter und wurde umsorgt.
Ich dagegen, nie drogen genommen oder sonst was gemacht, bekomme sowas...

Ich weiß, die eltern so zu bewerten sollte man nicht, aber die dynamiken machen mich so wütend und das kommt immer wieder hoch und finde keinen Frieden damit.

14. Andreas schrieb am 01.7.2021:

Hallo Paul,
Um mit deiner Kindheit in Frieden zu kommen müsstest du deine früheren Leben betrachten um verstehen zu können warum du dir diese Eltern ausgesucht hast.
Und natürlich, Vergebung. Vergebung zu allem was da jeweils hochkommt.
Vielleicht kannst du auch mit einer Familienaufstellungsarbeit gut weiter kommen, da ja der echte Vater so viele Jahre ausgeklammert wurde.

lg von Andreas

15. Mima schrieb am 18.7.2021:

Hallo Liebe Andreas. Mein größtes Problem ist ich kanns nich akzeptieren das ich lieblos gewesen bin zu meine Kinder obwohl ich mir die Burschen gewünscht habe . Habe ich nicht von Herzen lieben können es hat sich gebessert aber es ist sehr schwer Nachhinein weil der Beziehung gestört ist . Und daswegen kann das meine Eltern auch nicht werzein was die eingerichteten und bis heute nicht zugeben. Danke

16. Andreas schrieb am 18.7.2021:

Hallo Mima,
ich kanns nich akzeptieren das ich lieblos gewesen bin zu meine Kinder
ja, du kannst es dir selber vergeben.
und wenn es dir nicht gelingt, dann teile es einfach in kleine "Häppchen" auf und mache für jedes eine extra Vergebung. Also du vergibst dir einfach nicht alles auf einmal, sondern nimmst verschiedene Vorfälle an die du dich erinnerst und machst zu jedem einen extra Vergebungssatz.

lg von Andreas

17. Mima schrieb am 20.7.2021:

Hallo Andreas?, Vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich habe eine frage noch Bitte. Thema " kinder suchen sich die Eltern selber aus" . Ich habe schon vieles darüber gelesen und für mich macht das was in meinem Lebensweg Geschen ist leichter. Wenn's Zeit hast kannst mir bitte paar Wörter darüber schreiben Vielen Dank.

18. Andreas schrieb am 20.7.2021:

Hallo Mima,
ja, da gehts eigentlich darum Karma zu verstehen, weil desto "schlechter" das Karma ist, desto weniger kann man sich die Eltern aussuchen. Das Karma erzeugt dann die Resonanzen und man wird unweigerlich zu ihnen hingezogen weil man seinem eigenen Karma ja nicht entfliehen kann.
Oder anders formuliert: Durch das schlechte Karma sucht man sich automatisch unweigerlich schlechte Eltern aus oder auch schlechte Lebensbedingungen.

lg von Andreas

19. Mima schrieb am 21.7.2021:

Vielen Dank. Andreas ich müss leider weiterhin fragen . Und kann sich das auch endern? Natürlich wenn mir das alles bewusst ist und mir ist jetzt sehr viel bewusst geworden kann sich die karma also meine karma zu gutem wenden . Ich bereue alles was ich schlecht gemacht habe leider habe ich nicht anderes können interesante weisse wie wenn ich geschteuert war von wenn anderen. Interessant zwei spaltig gut und böse. Machst du auch votrege kurse oder kann mann dich auch vo treffen? Lg Monika

20. Andreas schrieb am 22.7.2021:

Hallo Mima,
ja, dein Karma verändert sich ständig, weil ja jeder neue Gedanke, Gefühl und vor allem jede neue Handlung zum bereits vorhandenen hinzu kommt. So wird es positiver oder negativer, je nach dem ob neues positives oder neues negatives hinzu kommt.
auch votrege kurse oder kann mann dich auch so treffen?
Zur Zeit lebe ich zurück gezogen, keine Vorträge, keine Kurse, keine Treffen.

lg von Andreas


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