Mit dem inneren Kritiker ist in dem Fall der Anteil in uns gemeint, der uns nichts zutraut, der alles negativ sieht, der so in der Art denkt wie:
ich schaff das nicht
das bin ich nicht wert
ich mag nicht, wie ich heute aussehe
ich bin nicht gut genug für …
ich werde niemals gut … können
ich bin zu dumm um … zu tun
usw.
Psychologische Untersuchungen haben ergeben, dass bei den meisten Menschen etwa 80% aller unbewussten Selbstgespräche mit diesem inneren Kritisierer-Anteil ablaufen. Dies ist natürlich Grund genug, dass wir uns diesem inneren Anteil zuwenden. Es ist der Teil, der uns nichts zutraut, der alles negativ und pessimistisch sieht und in der Art im Unbewussten zu jeder unserer Bewegungen, Aktionen und Gedanken sein negatives Urteil hinterlässt. Natürlich hat auch dieser innere Anteil seine Daseinsberechtigung, aber alle unsere inneren Anteile sollten sich harmonisch ergänzen anstatt dass einer mit 80% alle anderen an die Wand drückt.
Was kann man praktisch tun ?
Ein paar Tipps was man tun kann, wenn man merkt dass dieser innere Teill zu sehr überhand nimmt, wenn negative innere Zwiegespräche viel zu häufig sind:
Man kann sich angewöhnen jeden Tag (wichtig: regelmäßig) eine Zeitspanne einzulegen, wo man ganz bewusst sich an alles Positive der letzten 24 Stunden erinnert, wo man sich selbst all das Gute der letzten Zeit nochmals aufzählt und daran denkt. Im Prinzip genügen 5 oder 10 Minuten, die man sich jeden Tag dafür Zeit nimmt. Programmiere dein Handy oder deine Kalendersoftware, damit du diese Zeit auch wirklich benutzt. James Allen berichtet beispielsweise von einer Firma, die enorm ins Florieren kam, nachdem beim täglichen Briefing eine Zeitspanne dafür reserviert wurde, wo nur Positives berichtet wird was in der Firma oder von Mitarbeitern erlebt wurde. Dadurch wurde erreicht, dass Mitarbeiter sich auf das Positive fokussierten, denn sie mussten ja Material für das tägliche Briefing sammeln und in der Firma setzte durch diese Neuausrichtung des Denkens der Mitarbeiter ein enormer Aufschwung ein. (Gerade in Firmen wo sich so ein negatives Grunddenken breitgemacht hat, kann sich dadurch viel ändern.)
Eine weitere Möglichkeit für mehrere Personen ist die "1 Euro für jeden negativen Gedanken" Übung: Diese Übung kann man innerhalb der Familie, Partnerschaft oder auch innerhalb eines Kollegenkreises machen. Und zwar, jedes Mal wenn man etwas Negatives sagt, muss der Betreffende einen Euro in eine Schale/Kasse/Sparschwein zahlen, zum Beispiel: - etwas, was einen Vorwurf beinhaltet - etwas was einen Selbstzweifel beinhaltet - etwas, was eine Rechtfertigung beinhaltet - oder etwas sonstwie Negatives Dabei ist aber wichtig, dass man sich dadurch nicht verleiten lässt etwas was man sagen möchte, gar nicht auszusprechen. Man soll es stattdessen lernen positiv auszudrücken. Dadurch, dass alle Personen (Familie oder Arbeitsplatz oder wo auch immer) mitmachen kontrolliert und hilft jeder jedem, sich über Negatives Denken (und Sprechen) bewusst zu werden und es zu ändern.
Gehe nun als heutige konkrete Übung in eine Entspannung und horche nach innen, was dein persönlicher innerer Kritiker gerade von sich gibt. Welches negative Denken kommt von diesem Anteil gerade in dir hoch, wenn du an ihn denkst. Welches Glaubens- oder Denkmuster gibt er von sich ? Horche nach innen, und sobald du in deinen Gedanken etwas vom inneren Kritiker vernommen hast, dann untersuche den Satz durch folgende Fragen:
Welcher Ärger steckt hinter der Aussage ?
Welche Angst steckt dahinten ?
Welche Forderung ist damit verbunden ?
Spüre jeweils hinein - Und spüre so tief, bis du zur Liebe kommst, denn eigentlich will ja auch dieser Kritiker, dieser Negativ-Denker nur das Beste für dich. (Der Kritiker muss dich ja lieben, sonst wär er gar nicht bei dir.)
Das mag jetzt vielleicht alles ein bisschen abstrakt klingen, aber sobald du den Aspekt erkannt hast, dass dieser innere Kritisierer eigentlich auch dein Bestes will, kannst du in Zukunft direkter mit ihm kommunizieren, so in der Art:
Danke, dass du dich um mich sorgst … Wovor hast du Angst ? … Was soll ich deiner Meinung nach tun ? … Was nützt mir das ? … Ich danke dir.
Dadurch, dass du ihn so direkt anerkennst, wann immer er sich meldet, beziehungsweise du ihn wahrnimmst, dadurch wird er gewürdigt und er muss sich dann nicht mehr so in den Vordergrund drängeln, sondern kann er den ihm gemäßen Platz, gemäß der natürlichen (göttlichen) Ordnung einnehmen. Und (ganz wichtig) dadurch, dass du ihn danach fragst, was du seiner Meinung nach tun sollst, dadurch lenkst du diesen Anteil von dir in eine konstruktive Richtung. So erreichst du auf Dauer, dass dieser Anteil immer mehr aus seiner, dich lähmenden Haltung in eine, dich unterstützende Haltung wechselt. Dieser innere Anteil ist ja immerhin ein durchaus aufmerksamer Beobachter der Situation, deshalb wird dieser Anteil immer wieder sehr nützliche Ideen und Vorschläge parat haben. Wie gesagt, du musst ihn nur in die richtige Richtung steuern !
Kommentare
1. Yuna schrieb am 26.11.2024: Hervorragender Ansatz, finde ich, sehr hilfreich und insbesondere: Danke, dass du dich um mich sorgst … Wovor hast du Angst ? … Was soll ich deiner Meinung nach tun ? … Was nützt mir das ? … Ich danke dir.
Danke!
2. Silvia schrieb am 02.1.2026: Lieber Andreas, ich kritisiere viel mein Umfeld, habe an jedem etwas auszusetzen bzw erkenne im Außen was mich an mir selbst stört eg zu unflexibel, zu notorisch, etc weil ich mich selbst dauernd kritisiere (finde mein Leben derzeit erfolglos, ziemlich karg und schwer). Ich möchte Akzeptanz meiner selbst und dadurch natürlich auch mein Umfeld. Ich habe das mal versucht mit dem oben beschriebenen Ansatz der Fragestellung und da kam blitzartig dass der Anteil mich sozusagen pushen will , also mir in den Hintern treten will mich nicht gehen zu lassen. Das finde ich löst irgendwie Druck aus. Ich bin recht lange schon auf Transformationskurs und ständig gibt es wieder etwas loszulassen. Ist mühsam wo ich schon viel hinter mir gelassen habe, Job, Beziehung, gesellschafl Leben, Familie. Ein paar Freunde die ich finde passen nicht mehr. Interessanterweise werden diese Dinge von mir selbst angestossen und kommen nicht von außen auf mich. Ich wäre gern mehr im Frieden und ohne Bewertung, einfach alles annehmen und dann würde sich ja auch alles wie von allein fügen. Warum klappt das nicht so einfach bzw warum muss sich das so schwer anfühlen? Hab lieben Dank für deinen so wertvollen Denkanstoß. s.
3. Andreas schrieb am 02.1.2026: Hallo Silvia,
Das finde ich löst irgendwie Druck aus.
Da kannst du ganz gezielt schauen woher aus deiner Kindheit dieser Druck kommt, also wo du (vermutlich verdrängt) einen solchen Druck in deiner Kindheit hattest um Themen zu finden die es noch für dich zu befrieden gibt. Weil aus solchen Druckerlebnissen aus deiner Kindheit nährt sich wohl dieser Kritisieren Anteil deines jetzigen Lebens.
Und ja, auch wenn du schon viel an dir gearbeitet hast, es geht immer weiter weil das Leben an sich ist ja Veränderung ! Die Frage ist also nicht, wann hab ich endlich genug an mir gearbeitet, sondern: Lobe ich mich auch ausreichend für diese Arbeit die ich bereits vollbracht habe ?
lg von Andreas
4. Silvia schrieb am 07.1.2026: Lieber Andreas, bzgl Druckthema aus der Kindheit weiß ich dass ich meinem Vater nicht genügt habe. Da war ich zu wenig interessiert an Dingen, zu schlecht, zu wenig begabt etc zu wenig wie eine Tochter nach seinen Worten. Da gibt es also demnach einiges zu befrieden.
Ich habe noch eine Frage die mich beschäftigt. Nach einer Beziehung in der ich mich gefangen fühlte und ausbrechen wollte dann endlich vor 4 Jahren zu Ende ging, bin ich immer noch nicht wieder die Alte. Also was ich damit meine ist meine innere Chemie, meine Frequenz auf der ich zuvor schwang ist nicht wieder zurückgekehrt. Ich bin seither anfälliger, war nie krank zuvor. Habe Gebärmutterpolypen und fühle ganz genau es hängt mit dieser nicht harmonischen Frequenz zusammen. An fremden Orten fühle ich mich nicht wohl, bin ängstlich und habe Heimweh. Ich spüre dann dass es ein Heimweh nach mir selbst ist. Was ist das alles und warum bin ich jetzt nach so langer Zeit nicht wieder in meinem alten energetischen set-up bzw fühle dass ich, ich bin? Das ich mich in mir und meinen Gefühlen wiedererkenne, denn das tue ich nicht. Hat das etwas getriggert was es jetzt ein für allemal gilt in dieser Inkarnation auszuräumen? Oder hängt da noch etwas in meinem System fest? Und wenn ja, wie krieg ich das da raus?
Ich habe seither viel befriedigt, vergeben, und nochmals vergeben, meditiere und lebe ein immer mehr authentisches Leben. Die jetzige Situation anzunehmen ist allerdings schwierig für mich weil ich ganz genau spüre es passt nicht. Das bin ich nicht, so wie ich mich kenne. Und darüber habe ich schon geschrieben dass eine schwere in mein Leben zog, die ich bislang nicht kannte. Was kann ich tun? LG von s.
5. Andreas schrieb am 08.1.2026: Hallo Silvia, ja, ein Zurück in frühere Zeiten das geht nicht, weil wenn du ein solches schweres Thema (also eine Schwere) einmal gespürt hast, dann kannst du nicht wirklich wieder zurück in eine Zeit wo du dieses schwere Thema noch nicht gespürt hast (weil es da ja viel tiefer lag). Weil die Seele erlaubt das nur selten dass man etwas was sie selbst (wohl mithilfe der damaligen Partnerschaft) nach oben geholt hat wieder wegschiebt. Wenn diese Schwere da ist und von dir gespürt wird, dann geht es für dich also ganz offensichtlich darum diese Energien aufzulösen (und zumindest auf unbewusster Ebene die damit verbundenen Themen zu erlösen).
Und ja, eine energetische Grundübung wäre zb zu schauen wo in deinem Körper diese Schwere sitzt - und sie dann nach oben verschieben und übers Scheitelchakra zu transformieren oder nach unten übers Wurzelchakra in die ERde verschieben und also abzugeben.
Keine der bereitgestellten Informationen und Übungen soll einen Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen ersetzen. Alle Übungen sind lediglich für die spirituell geistige Fitness gedacht. Bei körperlichen oder psychischen Krankheiten stimmen Sie sich bitte mit Ihrem Therapeuten oder Arzt ab. Sie führen diese Übungen auf eigene Verantwortung aus. Sie können diese Ubungen hier abonnieren.