Fühle den Urgrund

In dieser Übung geht’s darum den Urgrund allen Seins zu fühlen. Also das was sich nicht verändert. Das aus dem alles entspringt. Es gibt ja in dieser (materiellen) Welt nichts was sich nicht verändert. Aber es gibt diesen Urgrund aus dem alles entsteht, in den Religionen meinetwegen Gott genannt, in der Physik das Urquantenfeld oder manchmal auch als das Feld aller Möglichkeiten bezeichnet. Wenn du dir das Leben wie eine virtuelle Matrix vorstellst, dann wäre das Leben all das was sich manifestiert, was sich sozusagen auf dem Bildschirm einer vieldimensionalen Welt abspielt. Das ist alles veränderlich, aber sozusagen der Bildschirm an sich verändert sich nicht. Und in dieser Übung geht es also heute darum diesen Urgrundbildschirm wahrzunehmen. Also nicht mehr dein Leben, das Leben anderer, die Dinge, Gefühle, Themen, Töne dieser Welt wahrnehmen, sondern den "Bildschirm" auf dem all dies abgespielt wird.

Die Urgrundfühlen-Übung:

  1. Um zu starten gehe also zunächst natürlich in eine tiefe innere Entspannung.
  2. Und dann versuche einfach alles in deinem Geist auszublenden was noch in irgend einer Form dieser, also deiner "normalen" Welt entspricht:

    Blende aus alles was sich bewegt.

    Blende aus alles was sich verändert, alle Gefühle, alle Gedanken, alle Themen, alle Dramen in dir, alles was zu dieser Welt gehört. Blende alle Töne aus die du hörst, weil auch sie verändern sich. Blende alles aus und fokussiere dich auf das was sozusagen dahinter liegt. Versuche das wahrzunehmen aus dem sich dies alles geformt hatte, und ja, das ist natürlich etwas formloses, also darum versuche es nicht in ein Bild zu pressen, fühle es einfach nur. Wenn du zb alle Töne und Geräusche deiner Umgebung wegdenkst, bis sozusagen nur noch der Klang dieses Urgrundes übrig bleibt. Es ist sozusagen ein klangloser Klang, eine Formlose Form, alles nur als Potential.

    Und ja, es geht jetzt nicht darum etwas aus diesem Urgrund heraus für dich herauszuziehen, zu erschaffen, es geht einfach nur darum für dich dieses Konzept wieder zu erinnern dass es diese Ebene auch gibt, dass du auch von dieser Ebene ein Teil bist, dass diese Ebene überall ist, hinter dir, unter dir, überall, dass du Teil und damit Gott dieser Urgrundebene bist.
  3. Fühle also diesen Hintergrund all dessen was in der Welt manifestiert ist. Fokussiere dich auf diesen Hintergrund, der formlos und klanglos ist und doch allen Klang und alle Form enthält.

Du bist sowohl Mensch (=deine materielle reale Lebenswelt) als auch Gott (=deine nicht manifestierte potentielle Welt alles Möglichkeiten). Und weil wir aber so oft im Bewusstsein unseres Menschseins schweben geht es in dieser Übung also darum uns besser mit dem Bewusstsein des Ungeschöpften, also mit dem Gottbewusstsein zu verbinden um dadurch insgesamt mehr in einen Ausgleich zu kommen.

Dieses Loslassen all dessen was in dieser Welt existiert, was ja den zweiten Schritt dieser Übung darstellt wird im Buddhismus Nicht-Anhaftung genannt und ist generell ein wesentlicher Grundpfeiler um in ein höheres Bewusstsein wechseln zu können.


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