Von allem was uns begegnet entstehen in uns innere Abbilder. Dabei sind diese Abbilder primär geprägt von unseren Bewertungen und Urteilen, denn erst durch unser Werten entstehen positive oder negative Gefühle.
Betrachte darum als heutige Übung einfach mal deine inneren Abbilder von deinen Eltern: Wenn du in dich fühlst, wie empfindest du diese inneren Abbilder deiner Eltern. Um deine Wahrnehmung auf ein noch tieferes Niveau hinabgleiten zu lassen, erlaube dir, dass sich dir deine inneren Eltern als Symbole zeigen. Um dir dies zu vereinfachen, kannst du dir Fragen stellen wie zum Beispiel: Wenn mein Vater ein Baum wäre, was für ein Baum wäre er dann ? Wenn meine Mutter eine Blume (oder zb ein Vogel) wäre, was wäre das dann für eine Blume ? So kommst du leichter an diese inneren symbolischen Abbildungen deiner Eltern, die in dir wirken.
Nun ist es natürlich so, dass niemand perfekte Eltern hat (so wie wir selbst ja auch nicht perfekt sind). Darum schau als nächstes ob eines der Abbilder deiner Eltern eine Heilung benötigt. Und wenn ja, dann vollziehe diese Heilung in deiner Vorstellung, denn DU, und nur DU bist für die inneren Abbilder deiner Eltern, die in dir wirken, zuständig und verantwortlich.
Wenn notwendig, arbeite und verändere also deine inneren Eltern, bis sie Frieden und Segen ausstrahlen.
Betrachte dann auch wo sie (im Bezug auf dich) in deinem inneren Abbild von den Eltern stehen, denn sie sollten im Idealfall in deiner inneren Vorstellung hinter dir stehen, deine Vergangenheit symbolisierend, dich segnend, also gut über dich und deinen Weg denkend (und also zb nicht vor dir, sozusagen dir im Wege stehend). Verändere also auch solche Aspekte der inneren räumlichen Vorstellungswelt um deinen Eltern den passenden Platz zu geben was ja für deine innere Ordnung wichtig ist.
Wenn du spürst, dass es hier für dich viel zu arbeiten gibt, dann nimm dir die Zeit. Eventuell kannst du auch deine Eltern einzeln bearbeiten. Weil unsere inneren Bilder von unseren Eltern einen so großen Einfluss auf unser Leben haben, solltest du diese Arbeit wirklich fortführen, bis du sie in einem, das Leben segnenden kraftvollen Zustand sehen kannst, in Liebe und Gleichklang vereint. Denn dies ist eine göttliche Wahrheit für dich, weil du in einem solchen Moment gezeugt wurdest.
Kommentare
1. Wendy schrieb am 06.5.2017: Kneifzange und Hammer- das sind die Symbole die bei mir für meine Mutter und meinen Vater auftauchen.
Da hab ich wohl noch einiges aufzuarbeiten.
Vielen Dank für die tolle Anregung und den Newletter! Viele Grüße,
Wendy
2. Andreas schrieb am 07.5.2017: Hallo, ja aus dem Hammer kann man zb als positives Bild den Gott Thor machen (das ist die Gottheit mit dem Hammer..) und aus der Keifzange kannst du das Positive herausholen, zb um sich zu zanken, da braucht man immerhin Mut dazu und die Offenheit, sich auf ein Ringen einzulassen. Viele trauen sich gar nicht, sich zu zanken, usw..
lg von Andreas
3. Eni schrieb am 26.4.2024: Ich habe meine Mutter seit klein immer als Opfer erlebt und ich mich als Erwachsene, die ihr gut zureden musste. Immer war irgend etwas nicht gut und andere waren die Ursache. Ich habe auch gar keine Lust, mich im Alter um sie zu kümmern, aber sie hat praktisch niemanden ausser mich. Ändert sie sich, wenn ich mein inneres Bild von ihr ändere oder bleibt sie so und ich muss einfach in Frieden damit kommen, dass sie ein Leben lang ein Opfer ihrer selbst bleibt? Danke für deine Seite, ich finde immer wieder sehr wertvolle Informationen.
4. Andreas schrieb am 26.4.2024: Hallo Eni, Ja, manchmal ist ein Nicht mehr Helfen die bessere Hilfe, weil der Mensch dann gezwungen ist sich weiter zu entwickeln. Und eine Ablösung von der Mutter brauchst du ja sowieso um dein eigenes Leben zu leben. Und ja, das kann schon sein dass du da an Helfersyndromthemen bei dir selber arbeiten musst, vielleicht ist da ja auch eine Familienaufstellungsarbeit für dich gut um aus diesem Muster (die Mutter der Mutter zu sein) rauszukommen.
lg von Andreas
5. Elli schrieb am 16.12.2025: Hallo Andreas, wenn man sich von seinen Eltern gecuttet hat und sie wie in der Übung friedlich und segensvoll sieht, kann man dann trotzdem keine Lust auf sie haben? Also das heißt nur, dass man mit ihnen im Reinen ist, man muss aber nicht notwendigerweise Kontakt haben, wenn man auf einer Erwachsenenebene nichts mit ihnen anfangen kann? Liebe Grüße :)
6. Andreas schrieb am 18.12.2025: Hallo Elli, Ja, du kannst und musst dich ja deinem eigenen Lebensweg zuwenden. Von den Eltern kommst du, aber es ist nicht deine Aufgabe zu den Eltern zurück zu kehren, sondern in der Tat dich deinem eigenen Leben zuzuwenden - und also deine Energie und deinen Fokus nicht in deine Eltern, sondern in deine eigenen Projekte zu stecken. Darum sollten sie im Idealfall in deiner inneren Vorstellung hinter dir stehen, deine Vergangenheit symbolisierend, und nicht vor dir, sozusagen im Wege stehend.
lg von Andreas
7. Elli schrieb am 22.12.2025: Hallo Andreas, das hilft mir sehr! Danke!! Wie schaffe ich aber die Trennung zwischen positiv hergestelltem Bild in mir und Realität heute? Ich habe das Gefühl, wenn ich meine Eltern in mir positiv mache, für mich, dann heißt das automatisch, dass ich sie auch im Heute positiv sehen muss, weil die schlechte Vergangenheit weg ist. Weil das angespannte Verhältnis von mir zu ihnen resultiert ja aus ihrem Verhalten in der Vergangenheit und der Fortführung dessen im Heute. Ich will sie im Heute nicht positiv sehen, weil ich dann die Verpflichtung fühlen würde, sie treffen zu müssen. Aha, da merke ich doch gerade: scheinbar hält die Bewertung ihres Verhaltens in der Vergangenheit als schlecht meine Schuldgefühle im Zaum, dass ich mich jetzt distanziere. Also ich nehme ihr Verhalten damals als Rechtfertigung für mein Verhalten im Heute (Distanzierung). Wie komme ich da friedvoller voran? Ohne Rechtfertigung etc? Wie distanziere ich mich friedvoll bzw lebe friedvoll in Distanz zu ihnen?
8. Andreas schrieb am 22.12.2025: Hallo Elli, Ein positives Bild von den Eltern bedeutet primär einfach ein Anerkennen dessen was ist. Also zb den segnenden Aspekt anerkennen (in du dir sie dich segnend hinter dir stehend vorstellst). Diesen segnenden und umsorgenden Aspekt muss es ja gegeben haben, weil ansonsten hättest du ja als Baby gar nicht überleben können. Also es geht um das Anerkennen dessen was ist.
Und ja, Schuldgefühle gilt es natürlich aufzulösen. Vorwürfe in dir gilt es natürlich zu vergeben. Und aber den Glauben, nur weil du vergeben hast dürftest du dann keine Distanz mehr einhalten, das ist ein Aberglaube. Das kannst du einfach daran sehen dass es tausende von anderen Menschen gibt die du als positiv siehst und mit denen du trotzdem in Distanz lebst. Das ist ja deine freie Entscheidung die eben in der Tat gerade nicht von Schuldgefühlen bestimmt sein sollte, darum ist die Auflösung von Schuldgefühlen wichtig.
lg von Andreas
9. Elli schrieb am 24.12.2025: Hallo Andreas, das stimmt! Diese Sichtweise hilft mir sehr, danke! Liebe Grüße, Elli
10. Elli schrieb am 25.12.2025: Hallo Andreas, eine Frage habe ich hierzu noch: Das mit dem Positiv-Sehen und gleichzeitig Distanz leuchtet mir ein. Aber: wie begründe ich meine Distanz, wenn ich jemanden positiv sehe und eine Beziehung möglich wäre, weil man ja verwandt ist. Heißt: Leute, die ich irgendwo auf der Welt positiv sehe, da bin ich eben in Distanz, okay. Aber meine Eltern treffe ich ja bei Familienfeiern und sie fragen, ob ich mich treffen will etc, weil "es sind ja die Eltern und da macht man das ja so". Das heißt, ich muss die Distanz aktiv gestalten und sagen: "Nein, ich möchte nicht". Dieses Nein begründe ich für mich (und auch vor ihnen, wenn sie fragen würden) damit, dass ich sie eben nicht positiv sehe, sondern negativ, als Menschen, die ich auf Distanz halten will bzw nicht viel in meinem Leben haben will.
Wie geht denn in dem Kontext das Positiv-Sehen und die Distanz bzw wie begründe ich meine Distanz, vor mir und auch vor ihnen?
11. Elli schrieb am 25.12.2025: Sage ich dann sowas wie: Ich bin dankbar, dass ihr mir diesen Körper geschaffen habt und ich als Kind bei euch aufwachsen und erwachsen werden durfte. Als Erwachsene möchte ich aber Distanz mit euch, (weil ihr keine Menschen seid, mit denen ich mich im Erwachsenenleben umgeben möchte?) Fertig?
12. Andreas schrieb am 25.12.2025: Hallo Elli,
weil "es sind ja die Eltern und da macht man das ja so"
Ja, das ist aber deine freie Entscheidung ob du solche Glaubenssätze lebst oder nicht. Mir zb wäre das zu primitiv mich mit jemandem nur deswegen zu treffen oder gar zu feiern nur weil es sich um jemand verwandtes handelt.
Keine der bereitgestellten Informationen und Übungen soll einen Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen ersetzen. Alle Übungen sind lediglich für die spirituell geistige Fitness gedacht. Bei körperlichen oder psychischen Krankheiten stimmen Sie sich bitte mit Ihrem Therapeuten oder Arzt ab. Sie führen diese Übungen auf eigene Verantwortung aus. Sie können diese Ubungen hier abonnieren.