Nicht verurteilen

Im Wort "verurteilen" steckt das Wort "teilen".
Beim Teilen wird aus etwas Ganzem, aus einer Einheit, zwei oder mehrere Teile.
Wenn aber etwas aus der Einheit in Teile zerfällt, dann verliert es Kraft. Es entsteht zwar eine Kraft, die die entstandenen Teile wieder zur Einheit streben lässt, aber trotzdem geht die ursprüngliche Einheit, die Kraft des Ganzen zunächst verloren.

Ganz exakt dasselbe geschieht auch in uns, wenn wir etwas verurteilen. Auch wir verlieren etwas von unserer Ganzheit, denn durch das Verurteilen schieben wir etwas (einen Teil) weg von uns. Am deutlichsten sieht man diesen Vorgang symbolisch bei einem Urteil vor Gericht. Beispielsweise wenn durch ein Urteil ein Verbrecher, der zuvor Teil der Gesellschaft war, von der Gesellschaft abgeteilt in ein Gefängnis kommt. Das ganze kostet viel Energie, in dem Fall Geld, denn an sich ist eine Trennung unnatürlich, weil alles mit allem verbunden ist. Eine Trennung (oder Verurteilung) ist also immer eine Illusion, die nicht der kosmischen Wahrheit entspricht. Oder, um es theoretischer zu formulieren: Wir (unser Verstand) verfügen niemals über alle Fakten und sind darum eigentlich gar nicht in der Lage eine Verurteilung auszusprechen.

Wenn es aber eine Illusion ist, dann verbraucht es (immer viel) Energie, um sie aufrecht zu erhalten. Das heißt, desto mehr wir verurteilen, unter desto mehr Energieverlust leiden wir und desto mehr trennen wir uns von dem großen Ganzen.

Und genau dies ist der Grund, warum schon zu allen Zeiten alle großen Gurus gelehrt haben, dass man nicht verurteilen solle. Und zwar in dem Sinne, dass man eine solche wertende innere Haltung die zu einem Verurteilen führt, nicht einnehmen soll. Dadurch verlieren wir unser Kraft und unsere Anbindung an das Göttliche.

Es bedeutet nicht, dass wir etwas nicht wertschätzen sollen, aber es bedeutet, dass wir lernen sollen, den Wert der Dinge zu schätzen, ohne die weniger wertvollen Dinge zu verurteilen.

Es bedeutet, dass wir nicht mehr in gut und böse denken sollen, sondern in gut und besser. Denn, alles ist gut, weil alles aus dem Göttlichen entstanden ist. Diese Geisteshaltung ist übrigens auch als das Positive Denken bekannt.

Nun aber zur heutigen Übung:


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Kommentare

1. Antje schrieb am 05.1.2025:

Hallo Andreas.Ich versuche einen jungen Mann,der in Haft sitzt (mit Briefen) zu unterstützen. Wie und Was kann ich ihm mitteilen, das er sich nicht selbst verurteilt oder sich als Opfer seines Lebens sieht, also neue Orientierung geben. Leider kann man keine Bücher reinschicken.

2. Andreas schrieb am 06.1.2025:

Hallo Antje,
Im Idealfall benutzt man die Zeit im Knast um wieder mehr zu sich selber zu kommen. Weil Verbrechen geschehen immer weil man zu viel bei anderen und zu wenig in sich selbst geruht hat (energetisch).
Dies hat dann automatisch als Nebeneffekt dass man mehr und mehr erkennt wie man sich sein Schicksal erschaffen hat. Weil natürlich, wenn man im Knast gelandet ist da gab es offensichtlich einen Anteil der es so haben wollte, und diesen Anteil sollte man würdigen und anerkennen um aus dem Opferbewusstsein heraus zu kommen.
Leider kann man keine Bücher reinschicken
Auch das ist nur ein Glaubenssatz. Ich denke so ziemlich jedes Gefängnis hat eine Gefängnisbibliothek und da kann man doch sicher Bücher spenden ?

lg von Andreas

3. Elli schrieb am 16.12.2025:

Hallo Andreas,
wenn ich nur in gut und besser denke, dann müsste ich ja alle Menschen zumindest als gut einordnen.
Nun habe ich auf manche Menschen aber keine Lust, weil ich sie langweilig oder uninspirierend etc finde.
Wenn ich sie aber nicht mehr als blöd (schlecht) einordnen kann, wie unterscheide ich dann die interessanten und die doofen Menschen? Weil "doof" wäre ja eine Verurteilung.
Sage ich dann (innerlich) diese Leute sind zwar "gut", aber ich mag mich nur mit "besseren" umgeben?
Oder sage ich: alle Menschen sind gut, aber manche finde ich eben besonders sympathisch.
Oder nimmt man gänzlich Abstand von der Einordnung von Menschen?
Wie unterscheide ich dann aber für mich interessante Menschen von den nicht interessanten?
Ich hoffe du verstehst, was ich meine.
Liebe Grüße!

4. Andreas schrieb am 17.12.2025:

Hallo Elli,
Also vereinfacht gesagt, natürlich kannst du die Menschen zb in zwei Gruppen teilen, in die eine Gruppe die du als doof usw einordnest und in die andere Gruppe der interessanten Menschen. ABER du brauchst die doofen deswegen trotzdem nicht verurteilen. Also wie gesagt vereinfacht, einteilen ist ok, aber verurteilen ist nicht deine Aufgabe, das macht das Karmagesetz von alleine.

lg von Andreas

5. Miju schrieb am 14.1.2026:

Hey Andreas ich wurde mehrfach zum Gericht geladen, weil ich meine Tochter beschützen möchte vor ihrem Erzeuger. Sie hat Angst vor ihm. Der Erzeuger muss aber die ganze Prozedur machen da er sonst abgeschoben wird . Ich habe nur überhaupt keine Chance.
Sie möchte ihn nicht sehen und ich möchte sie nicht zwingen.

Was hat das zu bedeuten?

Liebe Grüße miju

6. Andreas schrieb am 14.1.2026:

Hallo Miju,
Solche Familienthemen kann man meist am besten mithilfe von Familienaufstellungen bearbeiten. Da werden dann oftmals die wirklich tief wirkenden Energien fühlbar und können verändert werden.

lg von Andreas

7. Lorelei schrieb am 28.1.2026:

Hallo Andreas,

in meinem näheren Umfeld (Eltern, Freunde, usw.) zeigen sich gerade mehrere Streitigkeiten, die sich schon zu Gerichtsverfahren entwickelt haben, oder vermutlich noch werden.

Letztens hatte ich bei der Arbeit einen Fall wo ein Mitarbeiter gekündigt worden ist, weil er lange krank war - und dann Kündigungsschutzklage eingereicht hatte. Ich sollte den Fall für Gericht vorbereiten, und wir haben das Verfahren gewonnen. Damit dachte ich, dass das Thema vom Tisch wäre, aber nun bahnen sich weitere Gerichtsverfahren / Rechtstreitigkeiten / Streite mit Behörden oder Mitarbeitern an.

Irgendwie geht es vordergründig immer um Geld (z.B. Krankengeld-Zahlungen, Abfindungen bei Kündigung, oder Finanzamt) und obwohl die Verfahren inhaltlich nichts mit mir zu tun haben- es sind die Streitigkeiten von den anderen - regen diese Verfahren mich wahnsinnig auf. Ich spüre, dass ich wütend bin, weil ich die "Gegenpartei" als ungerecht ansehe. Was mich auch nervt, ist dass ich immer wieder in die Gerichtsverfahren reingezogen werden (z.B. Stellungnahmen schreiben soll), obwohl das ja nicht meine Fälle sind, und ich meine, dass die Betroffenen die durchaus selber schreiben könnten.

Die anderen (z.B. mein Chef, meine Mutter) reden sich jedoch ein, sie könnten dass nicht (so gut wie ich), und bräuchten deshalb meine Hilfe.

Magst Du zum Thema Gericht / Rechtsprechung / Verteidigung noch etwas schreiben, damit ich besser verstehen kann worum es hier geht?

Das einzige was mir hier bislang aufgefallen ist, ist dass ich in eine Art Stellvertreter-Rolle gepresst werde, ähnlich wie ein Anwalt, der die Interessen seiner Mandanten vertritt (ich komme aber eigentlich gar nicht aus dem juristischen Bereich). Ist so eine Stellvertreter-Rolle nicht eigentlich unnatürlich - weil jeder seine Angelegenheiten selber klären soll? Aber was wenn Leute ihre Angelegenheiten lieber verdrängen bzw. versuchen auf andere zu übertragen? Wie geht man da am besten mit um?

Danke dir und viele Grüße
Lorelei

8. Andreas schrieb am 29.1.2026:

Hallo Lorelei,
weil jeder seine Angelegenheiten selber klären soll?
Ja, jeder hat die Aufgabe sein Leben selbst zu leben und dazu gehört in der Tat auch die Spannungen und Probleme in seinem Leben selbst aufzulösen.
Aber was wenn Leute ihre Angelegenheiten lieber verdrängen bzw. versuchen auf andere zu übertragen? Wie geht man da am besten mit um?
Einerseits schauen was für höhere Botschaften sich daraus ergeben um diese dann auflösen zu können, aber das Grundmuster um sich mit Menschen umzugehen welche versuchen Dinge auf einen zu übertragen ist es sich von ihm abzucutten, also eine energetische Trennung zu machen damit solche Energieübertragungen nicht mehr möglich sind.

Und ja, da wirst du quasi in die Streitigkeiten anderer hineingezogen, und so kannst du dir direkt überlegen welche Glaubenssätze und Muster dazu führen.
Ist es zb ein Muster welches du bereits aus der Kindheit kennst und so zur Gewohnheit wurde ?
Was dahinter stecken könnte sind familiensystemische Muster, also dass du dich unbewusst für den Vater oder Mutter oder einen anderen Vorfahren einsetzen willst. Solche Muster kann man am besten mithilfe von Familienaufstellungsarbeiten finden. Aber du kannst auch direkt deine Situation in der Firma aufstellen. Durch solche Aufstellungen könne oftmals Dinge aufgelöst werden und du fühlst dann auch besser was es wirklich mit dir zu tun hat.
Solche Streitigkeiten (ob vor Gericht oder nicht) sind ja fast immer auch Ausdruck von grundsätzlich viel tieferen Spannungen welche da dann jeweils wirksam sind. Also so sind dann aktuelle Geldforderungen von jemandem oftmals eigentlich Forderungen die aus alter Zeit sozusagen noch im Feld der Firma schwingen (ja, evt sogar Schuld welche die Firma auf sich geladen hat usw) und also dass solche aktuelle Fälle dann nur daran andocken was an Altem vorhanden ist. Und so kann das auch für dich die Botschaft sein dir solches Alte innerlich zeigen zu lassen um ein ganzheitlicheres Verständnis für die Dinge zu erlangen.
Oder es ist die Botschaft dich selber mehr in das Leben hineinziehen zu lassen ? Das Lorelei Bewusstsein ist ja die Rolle einer Frau welche sich nicht einlässt auf die Wogen des lebendigen Lebensflusses (Rhein) sondern von oben aus zuschaut - so wie du ja bei diesen Gerichtsfällen eigentlich auch nur Zuschauerin bist.
Ich spüre, dass ich wütend bin, weil ich die "Gegenpartei" als ungerecht ansehe.
Zum Lorelei Bewusstsein passt ja eine Wut gar nicht, was ergibt es für einen Sinn wenn die Lorelei wütend ist über das was sie sieht ? Einen Sinn ergibt das nur wenn die Lorelei selbst aus einer Wut heraus auf diesen Felsen geklettert ist und nun also wütend ist dass sie selber so weit vom Leben entfernt ist. Welche Wut über welche Ungerechtigkeit (zb aus deiner Kindheit) wird da also wirklich in dir angetriggert ?

lg von Andreas

9. Lorelei schrieb am 03.2.2026:

Hallo Andreas,

Ist es zb ein Muster welches du bereits aus der Kindheit kennst und so zur Gewohnheit wurde ?
Was dahinter stecken könnte sind familiensystemische Muster, also dass du dich unbewusst für den Vater oder Mutter oder einen anderen Vorfahren einsetzen willst.

ja, tatsächlich. Ich habe als Kind schon das Gefühl gehabt, ich müsse meinen Eltern helfen - immer wenn Sie sich gestritten hatten. Dann musste ich einen von beiden psychologisch unterstützen, weil die sonst ihre Gefühle nicht bewältigt bekamen und sich nicht um mich gekümmert haben. Also quasi Essen, Trinken, usw. hing davon ab, dass ich es schaffte, meine Eltern zu beruhigen.

Und heute scheine ich unbewusst immer noch zu meinen, dass ich auf wütende Leute in meinem Umfeld beruhigend wirken muss - damit es mir gut geht.

Oder es ist die Botschaft dich selber mehr in das Leben hineinziehen zu lassen ? Das Lorelei Bewusstsein ist ja die Rolle einer Frau welche sich nicht einlässt auf die Wogen des lebendigen Lebensflusses (Rhein) sondern von oben aus zuschaut - so wie du ja bei diesen Gerichtsfällen eigentlich auch nur Zuschauerin bist.

Da ist auch was dran. Wenn ich keine Lust habe, auf Leute in meinem Umfeld beruhigend einzuwirken, dann ziehe ich mich zurück. Ich bin dann aber wütend, weil ich mich zum Rückzug genötigt fühle. In der Corona-Zeit habe ich zB nur sehr wenige Kontakte gehabt, da sich fast alle in meinem Umfeld haben impfen lassen und ich das Gefühl hatte, nicht mit deren Ablehnung, Zurückweisung und missionarischem Verhalten umgehen konnte. Das hat mich damals auch ziemlich aufgeregt.

liebe Grüße
Lorelei

10. Andreas schrieb am 03.2.2026:

Hallo Lorelei,
Ja, du siehst, da ist demnach für dich die Botschaft enthalten dich noch mehr oder besser energetisch von deinen Eltern abzulösen und mit allen diesen Streitenergien aus deiner Kindheit in einen inneren Frieden zu kommen, zb auch der Eltern vergeben, dir vergeben dass du dich da hast reinziehen lassen, dich loben dass du es so gut gemanagt hast dass du gut überleben konntest, usw.

lg von Andreas


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