Mitglieder von Familiensystemen

Mit seiner Geburt in diese Welt hinein wird der Mensch automatisch Mitglied von verschiedenen Systemen. So wird er zum Beispiel Mitglied eines Volkes, Mitglied verschiedener Gruppen (z.b. religiöse Gruppen), die ihrerseits selbst wieder als System betrachtet werden können. Manche Mitgliedschaften in Systemen ändern sich nur langsam, zum Beispiel die Mitgliedschaft von Altersgruppen, andere Mitgliedschaften ändern sich sehr schnell. Beispielsweise die Mitgliedschaft in der systemischen Gruppe aller Anwesenden in einer Kneipe endet abrupt mit dem Verlassen der Kneipe. So gibt es Systeme, die wichtiger sind und Systeme die ziemlich unwichtig sind. Das wichtigste System im Leben eines Menschen ist sein Familiensystem, denn dieses System kann er nicht verlassen. Egal, was er tut, Vater und Mutter bleiben immer dieselben. Er kann dieses System nicht gegen ein anderes austauschen. Es ist ihm von Geburt an mitgegeben (passend zu seinem Karma) und er kann nur das Beste daraus machen. Das Familiensystem ist darum auch die resonatorische Quelle seiner wichtigsten Seelenlernaufgaben, die der Mensch in diesem Leben zu bewältigen hat.

Was ist nun das Wichtigste im Zusammenhang mit einem Familiensystem ?

Das Wichtigste ist, dass allen Mitgliedern des Familiensystems das Recht auf Zugehörigkeit anerkannt wird, denn aus der Verweigerung dieses Zugehörigkeitsrechts entwickeln sich die größten Probleme, weil dann andere Mitglieder die Ausgeschlossenen vertreten müssen - und dann wiederum deswegen teilweise nicht in der Lage sind ihr eigenes selbstbestimmtes Leben zu leben. Man kann sich das so vorstellen, wie wenn in einem Theaterstück (und das Leben ist ein solches), ein oder mehrere Schauspieler fehlen, und dann die anderen diese Rollen zusätzlich übernehmen müssen. Sie können dann ihre eigene Rolle weniger gut spielen, weil sie sozusagen ein doppeltes Spiel spielen müssen. (Wer sich über diese Mechanismen ausgiebiger informieren möchte, dem seien die Forschungen von Bert Hellinger empfohlen.)

Zunächst hört sich das ja recht einfach an: Den Vater als Vater anerkennen, die Mutter als Mutter anerkennen, die Geschwister, die Großeltern, die Vorfahren, sie alle sind Teil deines Familiensystems. Aber oftmals kennen wir nicht alle Mitglieder, also gerade die Ausgeschlossenen, denen zu unrecht durch fehlende Anerkennung bewusst oder unbewusst die Mitgliedschaft verwehrt wird, sie kennen wir oft nicht. Um also unser komplettes Familiensystem bestimmen zu können, sollten wir darum alle Wege kennen, wie Menschen überhaupt Mitglied in einem Familiensystem werden können. Wer einmal Mitglied in einem Familiensystem ist, der bleibt dies für immer, sogar über seinen Tod hinaus. Die Spuren (Energien), die er im System hinterlassen hat, sorgen dafür, denn ein system entwickelt sich immer aus seiner vergangenheit heraus weiter in seinen IST-Zustand. Der Jetzt Zustand eines Systems basiert also immer auf der Vergangenheit des Systems.

Wie wird man Mitglied in einem Familiensystem ?

  1. durch Geburt (wobei hier mit Geburt eigentlich bereits der Zeitpunkt der Zeugung gemeint ist) Das Kind wird Teil des Systems weil Vater und Mutter ihm bei der Geburt in das System hinein geholfen haben, sie haben das Kind sozusagen in das System hineingezogen.
    Auch ein abgetriebenes oder abgegangenes Kind ist bereits Teil des Systems. (Durch die Tabuisierung dieses Themas wurden solchen Kindern in vielen Familien das Recht auf Mitgliedschaft verwehrt, mit den entsprechend negativen Folgen auf das Familiensystem)
  2. durch Liebe (Die Liebe oder Ehe erzeugt eine starke Bindung so dass die beiden Partner jeweils im Familiensystem des anderen Mitglied werden und bleiben, auch wenn die Partnerschaft wieder auseinandergeht.)
  3. durch Tod Wenn sich jemand am Tod eines Menschen schuldig macht, zb durch Mord, Krieg etc, so werden auch hier beide (Täter und Opfer) fortan Mitglieder des Familiensystems. Durch die starke Bindung, die zwischen Mörder und Opfer entsteht, zum Beispiel wegen bewusster oder unbewusster Schuldgefühle, zieht es die beiden ins jeweilige System des anderen hinein. Diese Wirkung ist ähnlich wie bei einer Ehe oder einem Liebesverhältnis, allerdings wesentlich problematischer, weil schon von Anbeginn an durch den Mord die Rechte des Einen nicht gewahrt wurden. Es wurde eine Grenze nicht gewahrt, was unter bestimmten Umständen zur Folge hat, dass später Mörder und Opfer von ein und derselben Person vertreten wird (in der Psychologie als Schizophrenie bezeichnet).

Besonders der letzte Punkt wird oft im Denken der Menschen vergessen. Jedoch gerade in Deutschland mit den zwei Weltkriegen sind diese Fälle häufig, dass von Vorfahren getötete Menschen nicht als Mitglieder des eigenen Familiensystems anerkannt werden. Dabei müssen sie nicht namentlich bekannt sein, man kann auch Namenlose als Mitglieder des Familiensystems anerkennen.

Wer also sein Leben ordnen möchte, der tut darum gut daran als erstes mal nach solchen ausgeklammerten Familienmitgliedern denen Unbewusst das Recht auf Zugehörigkeit zum System verweigert wird, zu suchen. Oftmals erschafft uns unser (systemisches) Gewissen ein schlechtes Schicksal und Mangel nur darum, weil in unserem System etwas fehlt. Wie schon oben erwähnt, müssen wir dann das Fehlende ersetzen, also ein oder mehrere Mitglieder des Systems müssen Doppelrollen spielen. Dass wir uns dieser Mechanismen oft nicht bewusst sind, ändert nichts an deren Existenz. Es handelt sich um ein universelles Prinzip. Wenn Sie beispielsweise in einer Maschine zwei Teile haben, die durch mehrere Schrauben aneinander befestigt sind, und es fehlt eine dieser Schrauben, so werden auch automatisch die restlichen Schrauben, die Last der fehlenden Schraube mitübernehmen. Genau so wie Menschen, können aber auch diese Schrauben damit überfordert sein und einzelne Mitglieder oder das System als Ganzes leidet dann darunter.
So ist es also wichtig, dass in einem System immer alle Teile vorhanden sind, dass wir also ganzheitlich alle Mitglieder eines Systems als zugehörig anerkennen. Hier darum nochmals eine praktische Aufstellung, wer alles zum Familiensystem der Herkunftsfamilie gehört:

  • alle Geschwister - auch Halbgeschwister, Totgeburten, Abtreibungen und Schwangerschaftsabgänge
  • die leiblichen Eltern
  • die Geschwister der Eltern (sowie natürlich auch wieder Totgeburten, Abtreibungen und Schwangerschaftsabgänge)
  • frühere Liebespartner, Verlobte, Ehepartner
  • frühere Liebespartner, Verlobte, Ehepartner der Eltern und jeder, der in irgend einer Form Platz gemacht hat, so dass die Person überhaupt erst geboren werden konnte
  • eventuelle Adoptiveltern (auch Adoptiveltern der Eltern)
  • die Großeltern
  • eventuelle Mordopfer sowie Vergewaltigungsopfer, wenn der Täter aus der Herkunftsfamilie stammt (Achtung, auch Kriegsopfer)
  • eventuelle Mörder von Mitgliedern der Herkunftsfamilie (auch wenn zum Beispiel ein Vorfahre in einem Krieg umgebracht wurde).

Da, das Familiensystem ein geistiges Modellsystem ist, geht es hierbei nicht um das reale Vorhandensein der Mitglieder, sondern um die geistige Anerkennung aller Mitglieder als Teile des Systems. Da sich alles, was auf der materiellen Ebene geschieht, zuerst auf der geistigen Ebene ausbildet, ist das Vorhandensein des kompletten Systems auf der geistigen Ebene für die Familienmitglieder von so fundamentaler Bedeutung, denn sie alle nähren sich vom Familiengewissen. Diese Anerkennung aller Mitglieder des Familiensystems ist die Grundlage des systemischen Denkens, welches auch bei den bekannten Familienaufstellungen verwendet wird.


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